Im Vorfeld der Fed-Entscheidung
Europas Börsen durchweg schwächer

Die europäischen Aktienbörsen tendieren gegen Mittag ausnahmslos schwächer. Händler erklärten, im Vorfeld des Zinsentscheides der US-Notenbank Fed verharrten viele Anleger an den Seitenlinien.

Reuters FRANKFURT. Der DJ Stoxx 50-Index verlor 1 % auf 2674 Punkte. Das Fed wird am Dienstagabend ihre Zinsentscheidung bekannt geben. Zudem warte der Markt mit Spannung auf die Veröffentlichung der US-Einzelhandelsdaten im Juli im Verlauf des Nachmittags. Diese dürften nach Schätzung von Analysten angesichts der Verluste an den Aktienmärkte weniger freundlich ausfallen als zunächst erwartet. Von Reuters befragte Ökonomen prognostizierten einen Anstieg um 1,3 %. Mit Ausnahme des Energiesektors notierten sämtliche Marktsektoren im Minus.

Bei den Einzelwerten sorgten die Titel des grössten schweizerischen Bankkonzerns UBS für etwas Aufhellung. Der Wert gewann rund 3 %, nachdem die Bank besser als erwartet ausgefallene Quartalszahlen präsentiert hatte. Im Mediensektor standen einmal mehr Vivendi Universal im Fokus der Anleger. Vivendi-Titel büssten rund 6 % ein. Händler verwiesen auf einen Bericht im Wall Street Journal Europe, in dem es geheissen hatte, der französisch-amerikanische Medienkonzern plane, bei Vorlegung der Halbjahreszahlen am Mittwoch Abschreibungen von bis zu 10 Mrd. ? bekannt zu geben. Das würde die bisherigen Schätzungen deutlich übertreffen, hiess es weiter.

London

Die Londoner Aktienbörse gab bei Verlusten bei Bank- und Telekomtiteln nach. Der FTSE-100-Index notierte 0,7 % schwächer bei 4190 Zählern. Barclays und Lloyds ermässigten sich zeitweise um drei und zwei %. Händler erklärten, die Stimmung im Bankensektor sei aufgrund der schwachen US-Vorlagen und angesichts des bevor stehenden Zinsentscheids in den USA sehr nervös. Vodafone ermässigten sich um 1,6 %, während BT Group zwei % verloren. Besser als der Gesamtmarkt präsentierten sich Ölwerte. BP notierten gut gehalten, während Shell 0,7 % zulegten.

Paris

Der CAC-40-Index der Pariser Börse büsste angeführt von Vivendi Universal 1 % auf 3331 Zähler ein. Die Titel des Medienriesen Vivendi Universal standen im Vorfeld der am Mittwoch erwarteten Halbjahreszahlen aufgrund neuerlicher Spekualtionen über den Abschreibungsbedarf unter Druck. Die Liste der Verlierer führten die Papiere des Werbeunternehmens Publicis an, die über 8 % einbrachen. Händler verwiesen dabei auf die am unteren Ende der Schätzungen ausgefallenen Publicis-Verkaufszahlen für das zweite Quartal.

Zürich

Die Schweizer Aktien bröckelten nach einer freundlichen Eröffnung im Verlauf mehrheitlich wieder ab. Der Blue Chip-Index SMI notierte um 0,4 % tiefer bei 5224 Punkten. Im Mittelpunkt stand nach Aussagen von Händlern die Grossbank UBS, deren Halbjahresergebnis die Erwartungen der Experten übertraf. Sonst sei es ruhig. UBS stiegen 2,8 %. CS Group wird am (morgigen) Mittwoch den Halbjahresbericht veröffentlichen; CS-Aktien rutschten 0,9 % ab. Zurich litten einmal mehr unter Abgaben und sanken 2 %. Baloise verloren fast 3 %. Swiss Re büssten 1,6 % ein, während Converium 3 % vorrückten.

Benelux

Die Benelux-Börsen notierten ebenfalls schwächer. Der Amsterdamer AEX-Index büsste 0,7 % auf 350 Zähler ein und der Brüsseler Bel20-Index verlor 1,2 % auf 2161 Zähler. In Amsterdam seien aber die Verluste bei Finanz- und Versicherungswerten durch kräftige Gewinne der niederländischen Verlagsgruppe Wolters Kluwere etwas abgefedert worden. Der Wert schnellte zeitweise über 16 % in in die Höhe. Zuvor hatte das Unternehmen einen über den Erwartungen ausgefallenen Gewinnanstieg im ersten Halbjahr ausgewiesen und seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr bekräftigt. In Belgien erwiesen sich Dexia, die 2,6 % verloren, als Belastung.

Mailand

An der Börse Mailand büsste der Mib30-Index 0,7 % auf 25.037 Punkte ein. Unter anhaltendem Druck standen die Titel des Finanzdienstleisters Fideuram, die 1,9 % nachgaben. Händler verwiesen dabei unter anderem auf der Reduktion des Kursziels durch UBS Warburg vom Vortag. Konkurrent Mediolanum notierte ebenfalls schwächer. Für etwas Aufhellung sorgten dagegen die Titel von Pirelli, die 1,5 % zulegten. Händler sprachen dabei von einer technischen Reaktion.

Madrid

Der Madrider Ibex-35-Index gab 0,6 % auf 6186 Zähler nach. Laut Händlern führten wiederum die Titel von Telefonica und der beiden Bankenschwergewichte BBVA und Santander Central Hispano (SCH) die Abwärtstendenz an. Telefonica büssten 1,6 % ein. BBVA und SCH verloren 0,9 % und 0,5 %.

Skandinavien

Die nordischen Börsen notierten im europäischen Trend schwächer. Der DJ StoxxNordic-Index büsste 0,9 % auf 231 Zähler ein. Nokia erwiesen sich mit einem Minus von 2,6 % als Belastung. Die Titel des Konkurrenten Ericsson legten dagegen 2,4 % zu. Unter Druck standen Telekomwerte. Telia verloren 1,1 %, Sonera gaben 0,5 % nach.

Wien

Der Wiener ATX-Index verlor 0,2 % auf 1120 Punkte. Unter anhaltendem Druck standen die Titel des Indexschwergewichtes Erste Bank, die 1,2 % einbüssten. VA Technologie ermässigten sich um 2,5 %, während OMV nach der Vorlegung der Ergebnisse zum ersten Halbjahr 1 % zulegten.

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