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Im Westen nichts Neues

Die Amerikaner haben im Handelsverlauf weiter auf ihren neuen Präsidenten gewartet. Doch bis Börsenschluss kam es keine Neuigkeiten vom Obersten Gerichthof der USA. Außer einem dünneren Handelsvolumen bescherten die politischen Ereignisse den US-Märkten am Dienstag wenig. Der Dow Jones Index konnte zwar die Tageshöchststände nicht verteidigen, beendete den Handel aber dennoch im Plus.

Es waren vor allem Übernahmegerüchte und Gewinnwarnungen, die die Märkte am Dienstag bewegten. Unternehmen wie Eastman Kodak und Advanced Micro Devices konnten trotz der Ankündigung schlechter Quartalszahlen an Wert zulegen. Eastman schloss sogar am Plus.



Ähnlich erging es Yahoo. Trotz Bedenken, dass die Anzeigenzahlen im Internetsektor weiterhin rückläufig sein könnten, hat die Aktie von Yahoo Kursgewinne verbucht. Nach den jüngsten Kursverlusten scheint das Internetportal ein attraktives Übernahmeobjekt zu sein. Seit mehreren Tagen kursieren Gerüchte, dass Yahoo ein attraktives Ziel für Medienkonzerne sein könnte. Am Dienstag wurde Walt Disney als potentieller Käufer ins Spiel gebracht. Wie gesagt, nur Spekulationen, aber die Märkte haben reagiert. Gerücht Nummer zwei: der größte Handyhersteller Nokia könnte die Fühler nach dem größten Telekomausrüster Lucent ausgestreckt. Auch hier kein Kommentar von Unternehmensseite. Nokia war im Jahresverlauf jedoch bereits mit Nortel und Qualcomm ins Gespräch gekommen. Beide Spekulationen hatten sich jedoch als Windeier erwiesen. Wie dem auch sei, Lucent Aktien haben von den Gerüchten profitiert. Bereits vor Handelsbeginn haben gleich mehrere Unternehmen ihre Erwartungen für das laufende Quartal gesenkt. Allerdings scheinen viele Bereiche ausverkauft zu sein, so dass auch die Hiobsbotschaften die Kurse nicht weiter belastet haben.



Ganz im Gegenteil: Eastman Kodak gehörte trotz einer Warnung zu den größten Gewinnern. Einen ähnlichen Trend konnten wir bereits vergangene Woche bei der Aktie von Intel nach einer Umsatzwarnung beobachten. Apropos Intel: auch der größte Konkurrent von Intel, Advanced Micro Devices, reduziert die Umsatzerwartungen für das vierte Quartal. Der Markt hat gelassen reagiert und die Aktie hat den Handel nahezu unverändert beendet.



Weniger glimpflich sind Honeywell und General Electric davon gekommen. Beide Werte gehörten zu den größten Verlierern im Dow Jones Index. Der Mischkonzern Honeywell, der ja für 54 Milliarden Dollar an GE verkauft wird, hat die Gewinnprognosen für das vierte Quartal nach unten korrigiert. Mit ein Grund sei eben die Übernahme. Der Verkauf von mehreren Geschäftsfeldern sei wegen der GE Offerte abgeblasen worden, wodurch nun zusätzliche Einnahmen nicht auf der Habenseite verbucht werden können.



Doch es gab auch zuversichtliche Aussichten für die kommenden Quartale. Procter & Gamble geht davon aus, dass die durchschnittlichen Analystenschätzungen im laufenden Quartal erfüllt werden. Das Unternehmen prognostiziert für das Geschäftsjahr, das am 30. Juni endet, ein Gewinnwachstum von sieben bis zehn Prozent.



Ebenfalls Kursgewinne verbuchte der größte Automobilkonzern General Motors. Das Unternehmen will sich von der Oldsmobile Sparte trennen. Jüngste Versuche, Oldsmobile durch neue Modelle in die schwarzen zu Zahlen zu führen, seien fehlgeschlagen. Nun soll die Sparte abgestoßen werden. Zudem kündigte General Motors an, zehn Prozent der Arbeitsplätze abzubauen.



Der Technologie-Index, der gestern erstmals seit Mitte November über der 3.000 Punkte Marke schloss, hat am Dienstag einen Teil der jüngsten Gewinne abgegeben und ging unter der psychologisch wichtigen Marke aus dem Rennen. Vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen am Donnerstag gehörte Oracle zu den größten Verlierern.



In einer Woche findet die letzte Notenbanksitzung im laufenden Jahr statt. Im Vorfeld lohnt noch mal ein Blick auf die jüngsten Konjunkturdaten. Am Mittwoch wird das beige book veröffentlicht. Donnerstag und Freitag folgen mit den Erzeuger- beziehungsweise Verbraucherpreisen wesentliche Inflationsindikatoren.

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