IMA-Auswertung zu Investmentkonten
Anleger bleiben ihren Fonds-Sparplänen treu

Trotz tristen Börsenklimas halten die Anleger an ihren Aktienfonds-Sparplänen fest. Das ergab eine Umfrage des Handelsblatts bei Investmentgesellschaften. Die Investoren hätten allerdings die Vorteile des langen Atems verinnerlicht.

HB FRANKFURT/M. Für Steffen Selbach, Leiter der Fondsvermögensverwaltung bei der DekaBank (Sparkassengruppe), wird in der schwierigen Börsenlage "das Durchhalten der Aktienfonds-Sparpläne für den Anleger zwar schwieriger". Die Investoren hätten allerdings die Vorteile des langen Atems verinnerlicht. Sie kauften mit festen monatlichen Sparraten bei fallenden Kursen mehr Fondsanteile, profitierten auf diesem Wege bei steigenden Kursen in der Zukunft (Durchschnittskosteneffekt).

Die DekaBank führe jetzt rund 1,6 Millionen Sparplankonten, ohne Einrechnung der Konten für Vermögenswirksame Leistungen. Das seien nur unwesentlich weniger als vor einem Jahr. Selbach schätzt, dass die gesamte Fondsbranche momentan nur 30 % ihrer neuen Gelder über Sparpläne einsammelt. Diese Quote werde sich in den kommenden Jahren verdoppeln.

Die Union Privatfonds, die zur genossenschaftlichen Bankengruppe gehört, meldet knapp 1,1 Millionen Depots auf Sparplanbasis und über 1,2 Millionen für Vermögenswirksame Leistungen (VL). "Der Aktienfondsabsatz wird derzeit fast völlig von Sparplänen getragen", sagt Hans-Joachim Reinke, Geschäftsführer Union Privatfonds.

Neben den Sparkassen und den genossenschaftlichen Banken sieht sich die Deutsche-Bank-Fondsgesellschaft DWS als Nummer drei im Geschäft mit Fonds-Sparplänen. Christian Knievel, Leiter Investmentkontoführung, macht "stabile Zuwächse" aus. Er beziffert die Zahl der DWS-Konten ohne VL auf etwa 0,6 Millionen. Auch Knievel erkennt zunehmendes Bewusstsein für den Durchschnittskosteneffekt und die Notwendigkeit zur Altersvorsorge, die typischerweise mit regelmäßigen Sparraten betrieben werde, als Wachstumsmotoren für Fonds-Sparpläne.

Die Investmentgesellschaften bieten den Anlegern sowohl bei diesen Sparplänen mit regelmäßiger Einzahlung als auch bei Fondsdepots im Allgemeinen inzwischen einen verbesserten Service: Veränderungen per Internet sowie die Einbindung von Fremdfonds sind immer häufiger möglich. Das sind wesentliche Ergebnisse eines Vergleiches von 105 Investmentdepotangeboten ("FondsDepot 2002"). Durchgeführt wurde der Vergleich von IMA Institut für Marktbeobachtung, Kelkheim.

Die IMA-Auswertung greift zwei neue Trends im Investmentdepotgeschäft auf: Online-Fähigkeit und Fremdfondsverwahrung. "Online-Fähigkeit ist noch die Ausnahme, wird sich aber in Zukunft stärker durchsetzen", sagt Frei. Bisher böten nur 21 Gesellschaften von 105 eine Einsicht per Internet an, meist in Verbindung mit Transaktionsmöglichkeiten. Die Verwahrung von Produkten fremder Anbieter offerierten bisher nur zehn Gesellschaften. Die IMA-Chefin: "Das läuft ganz langsam an. Es dient den Gesellschaften zur Kundenbindung, gekoppelt mit der Hoffnung, dass der Anleger bei einer möglichen Depotumstrukturierung auch auf die eigenen Fonds zurückgreift."

Laut IMA erheben die Investmentgesellschaften immer häufiger Gebühren für die Depoteinrichtung. "Vor einigen Jahren warben die Gesellschaften häufig noch mit Gebührenfreiheit. Jetzt setzen sich wegen des internen Kostendrucks Entgelte durch", sagt Frei. Etwa die Hälfte der Gesellschaften fordere eine Jahrespauschale, die in der Regel zwischen zehn und 20 rangiere. Falls prozentuale Gebühren in Abhängigkeit vom Depotwert erhoben würden, lägen diese meist in der Größenordnung von 0,12 bis 0,16 %. Freis Urteil: "Die Depotgebühren sind aus Anlegersicht auch heute noch meist niedriger als die für ein Bankdepot."

Von den 105 Gesellschaften mit Investmentdepotangebot offerierten 89 Sparpläne. In der Regel werde eine Mindesteinzahlung von 50 pro Monat gefordert. Fast alle Anbieter wiesen gesonderte Tauschkonditionen beim Fondswechsel aus. Werde ein Produkt mit hohem Ausgabeaufschlag in einen Fonds mit geringerem Aufschlag getauscht, sei das in fast allen Fällen kostenfrei. "Beim umgekehrten Wechsel in Produkte mit einem höheren Aufschlag machen das aber nur wenige Anbieter kostenlos", ergänzt Frei.

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