Image-Einbußen bei Schröder
Top-Manager ziehen Stoiber als Kanzler vor

Die Führungskräfte der deutschen Wirtschaft würden nach der Bundestagswahl eindeutig lieber den bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber als nächsten Bundeskanzler sehen.

HB DÜSSELDORF. Fast drei Viertel der Top-Manager (73%) wünschen sich Stoiber als künftigen Regierungschef, 15 Prozent bevorzugen den amtierenden Kanzler Gerhard Schröder. Dies ergab der Handelsblatt Business-Monitor (Donnerstagausgabe), eine vom Psephos-Institut durchgeführte repräsentative Befragung deutscher Top-Entscheider, im März. Ein Zehntel der Befragten empfindet für keinen der beiden Kandidaten Sympathie.

Besonders stark fallen regionale Unterschiede und das Alter der Top-Manager ins Gewicht: Je älter die Führungskräfte, um so größer ist der Vorsprung von Stoiber (von 47 Punkten bei den unter 40-Jährigen bis zu 64 Punkten bei den Befragten ab 60 Jahren). Im Norden und Osten der Republik kommt Stoiber nicht ganz so gut an (66 %) wie in der Mitte und im Süden (75 % bzw. 76 %). Am deutlichsten liegt der CSU-Vorsitzende bei Führungskräften in Großunternehmen vorne (81 % zu 7 %).

Bundeskanzler Schröder muss derzeit bei der Wirtschaftselite weitere Image-Einbußen hinnehmen. Eine so ungünstige Bewertung wie derzeit (Durchschnittsnote 3,6 auf einer Skala von 1=sehr gut bis 5=sehr schlecht nach 3,5 im Vormonat) musste der Regierungschef im Rahmen des Handelsblatt Business-Monitors zuletzt im Herbst 1999 ver-zeichnen. Der nun seit Oktober 2001 kontinuierliche Imageverlust (Note damals 2,6) ist gravierend: Der Anteil der Top-Manager, die Schröders Wirken (sehr) kritisch beurteilen, ist in diesem Zeitraum von 12 auf 57 Prozent angestiegen.

Gegenüber Stoiber hat Schröder in der Leistungsbewertung allerdings nicht weiter an Boden verloren. Denn der CSU-Vorsitzende hat seine gute Note (2,4), die er kurz nach seiner Nominierung von den Top-Managern erhielt, Anfang März nicht stabilisieren können (jetzt: 2,7). Hatten einen Monat zuvor ihm noch 57 Prozent eine (sehr) gute Arbeit bescheinigt, so sind es derzeit nur mehr 42 Prozent; mit (sehr) schlecht urteilen andererseits lediglich 11 Prozent (+6 Punkte); insgesamt also weiter ein sehr großer Vorsprung vor dem amtierenden Kanzler.

Im Auftrag des Handelsblatts führt das Psephos-Institut für Wahlforschung und Sozialwissenschaft Befragungen eines repräsentativen Panels von Führungskräften der Wirtschaft in Deutschland durch. Diese werden mit Ausnahme der Sommerpause monatlich durchgeführt. Im Rahmen des Business-Monitors im März wurden vom Psephos-Telefonstudio, Hamburg, 838 Führungskräfte in der Zeit vom 14. bis 28. Februar 2002 mit einem standardisierten Fragebogen befragt. Auf Grund der Stichprobenanlage ist die Befragung repräsentativ.

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