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Image-Schlappe im Gigahertzrennen: Intel ruft Pentium-Prozessor zurück

Die Einführung des 1,13 Gigahertz schnellen Chips der Reihe "Pentium III" wird sich um zwei bis drei Monate verschieben.

dpa MÜNCHEN/SANTA CLARA. Im imageträchtigen Wettlauf um den schnellsten Computer-Prozessor muss der weltgrößte Halbleiterhersteller Intel einen Rückschlag hinnehmen: Wegen eines Schaltfehlers im 1,13 Gigahertz schnellen Chip der Reihe "Pentium III" wird sich die Markteinführung des Prozessors voraussichtlich um zwei bis drei Monate verschieben. Der Konzern aus Santa Clara (US- Bundesstaat Kalifornien) ruft die bereits an Computerhersteller und Testlabors ausgelieferten Exemplare zurück. Es handele sich um "sehr, sehr geringe Stückzahlen", sagte der Sprecher von Intel Deutschland, Hans-Jürgen Werner, am Dienstag in München. Der finanzielle Schaden sei deshalb minimal.

Intel wolle die für leistungsintensive Multimedia-Anwendungen im Heim- und Bürobereich gedachten Prozessoren weiterhin im ersten Quartal 2001 in größeren Stückzahlen auf den Markt bringen, sagte Werner. Erst am Montag hatte Hauptkonkurrent Advanced Micro Devices (AMD, Sunnyvale/Kalifornien) den Marktstart seines nur geringfügig langsameren Prozessors mit 1,1 Gigahertz angekündigt. Mehr als zehn große Computerhersteller, darunter Fujitsu Siemens Computers, Compaq, Gateway, HP und IBM, planen demzufolge den Einsatz der Chips in ihren Systemen.

Im so genannten Gigahertzrennen versuchen die Rivalen Intel und AMD seit Monaten, sich mit immer schnelleren Prozessoren zu übertrumpfen. "Die Geschwindigkeit der Produkteinführung ist gestiegen, und das ist sicher etwas, was nicht nur Vorteile hat", sagte Werner. Die interne Taktfrequenz beschreibt die Zahl der elektronischen Impulse im Herz des Prozessors und damit die Geschwindigkeit, wie schnell die Daten im Inneren weitergeleitet werden. Einem Gigahertz entsprechen dabei eine Milliarde Impulse pro Sekunde. Wichtig für die Geschwindigkeit eines Computers sind aber auch weitere Faktoren wie etwa das Zusammenspiel mit anderen Bauteilen.

Der Rückruf des fehlerhaften Chips bedeute für Intel mehr einen Image-Schaden als ein betriebswirtschaftliches Problem, sagte Branchenexperte Nathan Broowood vom US-Marktforschungsinstitut Insight 64. Unternehmenssprecher Werner sagte, der Schaden sei so gering, dass er "sicher in keinen Quartalsbericht auftauchen wird". Der Prozessor ist seit 31. Juli in kleinen Stückzahlen auf dem Markt. In verschiedenen Testlabors, darunter auch in der Redaktion des deutschen Computer-Magazins "c't", traten kurz darauf Fehler auf, wenn bei hohen Betriebstemperaturen des Chips bestimmte Befehle ausgeführt werden sollten. "Wir haben den Chip offenbar in einer Umgebung getestet, die nicht an diese Temperaturgrenzen heranreichte", sagte Intel-Sprecher Werner.

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