Imagenachteile gegenüber Mercedes und BMW – Viel Technik
VW wagt mit dem D1 den Sprung ins Luxussegment

Mit dem Projekt D1 betritt die Marke Volkswagen erstmals den wachsenden Markt der luxuriösen Oberklasse. Da der große VW ohne den Imagevorsprung von Mercedes und BMW auskommen muss, sollen potenzielle Kunden mit technischen Superlativen angesprochen werden. Im nächsten Jahr startet der Verkauf.

pha WOLFSBURG. Vorbei sind die Zeiten, als jeder Automobilhersteller sein eigenes Revier hatte und die Hoheitsgebiete der Konkurrenten respektierte. Die Fahrzeugproduzenten sehen sich heutzutage auf Grund der weltweiten Wettbewerbssituation gezwungen, die traditionellen Gepflogenheiten aufzugeben und nahezu alle Segmente zu besetzen. So haben sich Mercedes-Benz und BMW ohne Scheu nach unten ausgedehnt. Sie versuchen dabei, ihren Premiumanspruch zu erhalten.

Jetzt folgt Volkswagen diesen Beispielen. Im Umkehrschluss zu BMW und Mercedes wendet sich die Wolfsburger Marke auch höheren Fahrzeugsegmenten zu. Während der Passat W8 (mit Acht-Zylindermotor) noch als Vorbote der VW-Luxusklasse gesehen werden muss, gibt nun das immer noch namenlose Projekt D1 seine Visitenkarte in Gestalt der ersten offiziellen Fotos ab.

Dabei bemüht sich VW gleich um die richtige Botschaft: Im Gegensatz zum eher klobigen 7er-BMW ist das Karosseriedesign des D1 vornehmlich sportlich-elegant. Auch die Inneneinrichtung der 5,05 m langen und 1,90 m breiten Luxuslimousine bietet nach Auffassung von VW-Chefdesigner Hartmut Warkuß "eine neue Balance zwischen progressivem und luxuriösem Flair". Dank reichlich Holz und Leder sowie geschmackvollen Details wie der Analoguhr über der Mittelkonsole oder den edel wirkenden, in Chrom und Leder gefassten Armlehnen zwischen den mächtigen Frontsitzen überwiegt innen der Eindruck von edlem Handwerk.

Weltweit steigen die Chancen für Luxusmodelle. So erwartet etwa das Institut für Automobilwirtschaft im württembergischen Geislingen, dass dieses Segment bis zum Jahr 2008 um 20 % auf 7,6 Millionen Fahrzeuge jährlich wächst. Volkswagen will davon profitieren. Dazu muss die Marke jedoch neue Käuferschichten ansprechen. Das bedeutet für einen Neuling wie den D1, der ohne Imagevorsprung ins Rennen geht, dass diese Luxuslimousine andere Qualitäten bieten muss wie die etablierte Konkurrenz von Audi, BMW und Mercedes-Benz. Deshalb stehen für den D1 von Anfang an zwei herausragende Motoren zur Wahl.

Der eine ist das derzeit stärkste Zwölfzylinder-Triebwerk mit sechs Litern Hubraum und 420 PS. Mindestens so imponierend ist der Dieselmotor, ein Fünf-Liter-Zehnzylinder mit 313 PS. An letzterem beeindruckt außer der enormen Nennleistung mehr noch sein gewaltiges Drehmoment von 750 Newtonmetern. Solchen Kräften war bisher kein Automatik-Getriebe gewachseln. Im großen Diesel V10 TDI setzt VW deshalb eine Neukonstruktion mit sechs Fahrstufen ein. Die Einstiegsvariante des D1 wird, verglichen damit, von einem 3,2 Liter-V6-Motor mit 241 PS vergleichsweise bescheiden angetrieben.

Alle Versionen der neuen Luxuslimousine verfügen über ein hochmodernes Luftfederungsfahrwerk mit einer stufenlos arbeitenden elektronischen Dämpferregelung. Entweder serienmäßig (bei den Motoren W12, V10 TDI) oder optional wird Allradantrieb angeboten. Die Karosserie aus einer Stahl-Aluminium-Kombination zeichnet sich durch extrem hohe Steifigkeit aus. Sie sorgt außer hoher passiver Sicherheit auch für sicheres Fahrverhalten. Die Ausstattung mit modernster Elektronik steht dem der Konkurrenz kaum nach.

Der Name des D1 (Preis ab 50 000 Euro) wird gegen Ende des Jahres im Rahmen der Eröffnung der "gläsernen Fabrik" in Dresden bekannt gegeben, in der das Auto gebaut wird. Die Markteinführung ist für Mai 2002 geplant.

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