Imageschaden schon nicht mehr abzuwenden: Stadionskandal hinterlässt auch bei Bayern Spuren

Imageschaden schon nicht mehr abzuwenden
Stadionskandal hinterlässt auch bei Bayern Spuren

Der FC Bayern München ist beim Bau der "Allianz Arena" fest mit dem Lokalrivalen 1860 verbunden. Dessen Krise könnte auch den deutschen Rekordmeister treffen. So muss sich der Verein auch um die Finanzierung des Prestigeobjekts ernste Sorgen machen.

HB MADRID. Auch wenn die Chefetage des FC Bayern München in Madrid erst einmal auf Tauchstation ging, die möglichen Auswirkungen des Stadion-Bestechungsskandals waren hinter den verschlossenen Türen des Mannschaftshotels das beherrschende Thema. Die Konsequenzen für den deutschen Fußball-Rekordmeister waren am Tag nach dem Großeinsatz der Münchner Staatsanwaltschaft zwar noch nicht abzusehen, doch sie werden tiefgreifend sein.

Als "mögliche Geschädigte" werden inzwischen alle rechtlichen Gesichtspunkte geprüft. Dafür engagierte die Vereinsführung noch am Dienstag einen Münchner Rechtsanwalt. Denn der FC Bayern ist in dem Korruptionsskandal zwar nur in die Beweisaufnahme verwickelt, doch er ist bei der "Allianz Arena" der Partner des TSV 1860 München. Das 280 Mill. ? teure Stadion baut und finanziert man gemeinsam mit dem Lokalrivalen, dessen Zukunft nicht nur wegen der Verhaftung von Präsident Karl-Heinz Wildmoser völlig ungewiss geworden ist.

Das "wichtige Champions-League-Spiel am Mittwochabend" gegen Real Madrid nahm die Vereinsführung um Karl-Heinz Rummenigge zum Anlass, neben einer schriftlichen Stellungnahme zunächst "keine weiteren Erklärungen" abzugeben. Eine von Manager Uli Hoeneß angeblich angekündigte Prüfung einer Anzeige wurde dementiert. "Rechtliche Schritte sind im Moment überhaupt kein Thema", sagte Pressechef Markus Hörwick, der als einziger vor Kameras und Mikrofone trat.

Als am Vortag in München die Staatsanwaltschaft zuschlug, Wildmoser Senior verhaftete, dessen Sohn Heinz festnahm und auch die Geschäftsstelle des FC Bayern zur Sicherung von Beweismitteln aufsuchte, saßen die von der Aktion nach eigenen Angaben völlig überraschten Bayern-Bosse im Charter-Flieger nach Madrid. Doch schon während der Reise in die spanische Hauptstadt war nicht mehr Real das Hauptgesprächsthema, sondern Korruption. Vorstandsmitglied Karl Hopfner war kurzfristig in München geblieben, um den Staatsanwälten "ausführlich Auskunft" zu geben. Als er am Abend nach Madrid nachgereist war, tagte im Hotel "Villa Magna" der Krisenstab.

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