Immer häufiger Jugendliche betroffen
Chatami kritisiert öffentliche Auspeitschungen in Iran

Der iranische Präsident Mohammed Chatami hat davor gewarnt, Jugendliche bereits wegen geringer Vergehen öffentlich auszupeitschen. Dieses Vorgehen werde die jungen Iraner nur vom Islam und den islamischen Werten entfremden, sagte der Präsident der Teheraner Zeitung "Hayat'e No" (Sonntag).

dpa TEHERAN. In den vergangenen Monaten wurden immer häufiger besonders Jugendliche, die angeblich Alkohol getrunken oder mit Mädchen geflirtet hatten, auf öffentlichen Plätzen gezüchtigt.

"Wenn eine Religion und die, die an sie glauben, Jugendliche wegen eines kleinen Ausrutschers streng bestrafen, dann werden der Islam und die islamischen Werte ihre Anziehungskraft für die junge Generation verlieren", sagte Chatami auf dem jährlichen iranischen Gebetskongress. Während Reformer die Auspeitschungen als schädlich für den Islam ansehen, halten konservative Kräfte die körperlichen Züchtigungen für eine legitime islamische Strafe.

Das islamische Establishment Irans hat massive Probleme mit der Jugend, der es an Bildungsmöglichkeiten, Jobs und Perspektiven mangelt. Die Mehrheit der rund 65 Mill. Iraner ist jünger als 30 Jahre. Zahlreiche junge Iraner versuchen aus dem Land zu flüchten und zahlen dafür astronomische Summen an Menschenschmuggler.

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