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Immer Herz der Mannschaft - Wolfgang Weber wird 60DPA-Datum: 2004-06-26 09:32:11

Köln (dpa) - Ein kleines Stück Fußball-Geschichte hat er geschrieben. Es war die 89. Minute, als seine Mannschaft etwa 35 Meter vom gegnerischen Tor entfernt einen Freistoß zugesprochen bekam. Damals war Weber 22 Jahre alt. Am 26. Juni feiert er seinen 60. Geburtstag.

Köln (dpa) - Ein kleines Stück Fußball-Geschichte hat er geschrieben. Es war die 89. Minute, als seine Mannschaft etwa 35 Meter vom gegnerischen Tor entfernt einen Freistoß zugesprochen bekam. Damals war Weber 22 Jahre alt. Am 26. Juni feiert er seinen 60. Geburtstag.

Die englischen Fans sangen bereits «Rule Britannia». Lothar Emmerich schoss die Mauer an, doch der abgefälschte Ball kam irgendwie in den Strafraum und wurde in den Fünfmeterraum geflankt. Alle Beine wurden lang, der Ball sprang auf, Gordon Banks verpasste, und am «langen» Pfosten machte sich Wolfgang Weber länger als alle anderen und drosch den Ball ins Tornetz. Dem 2:2-Ausgleichstreffer im WM-Finale 1966 zwischen der deutschen Nationalmannschaft und der Auswahl Englands folgten die Verlängerung und das so genannte Wembley-Tor - der Rest ist ein großes Stück Fußball-Geschichte.

Von 1962 bis 1977 spielte Wolfgang Weber für den 1. FC Köln und galt als bester deutscher Vorstopper der 60er Jahre. Wegen seiner Kraft, seines Kampfeswillens und seiner Ausdauer erhielt er den Spitznamen «Bulle». Weber galt nie als der Kopf, aber immer als das Herz der Mannschaft. «Er war als Fußballer einmalig und ist es als Mensch», sagt Wolfgang Overath über seinen ehemaligen Mannschaftskameraden.

1962 kamen sie gemeinsam zum FC und wurden 1964 mit dem Club erster Bundesliga-Meister. Overath ist heute Präsident des 1. FC Köln, Weber unterstützt die Nachwuchsarbeit «seines» FC. Seit Jahren fördert er als Botschafter die «Special Olympics» geistig behinderter Sportler.

An einem Projekt allerdings scheiterte der ehemalige Nationalspieler Weber. Mitte der 90er Jahre war er an die Sporthochschule Köln zurückgekehrt, um sein rund 25 Jahre zuvor unterbrochenes Sportstudium nochmals aufzunehmen. Doch seine Diplomarbeit zum Thema «Herberger und die deutsche Nationalmannschaft im Zweiten Weltkrieg» hat er nie fertig gestellt.

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