Immer mehr Ausgaben werden in Zukunft aus dem Auto heraus getätigt
Studie: Mobiles Internet wird Milliardengeschäft für Autokonzerne

Mit dem mobilen Internet und anderen Telematik- Diensten können die Autokonzerne laut einer neuen Studie in den nächsten Jahren Milliardengewinne einfahren.

dpa MÜNCHEN. "Die Menschen verbringen immer mehr Zeit im Auto", sagte Ralf Kalmbach, Vize-Präsident bei Mercer Management Consulting. Die Hersteller könnten daher mit modernen Telematik-Diensten das Ertragspotenzial je Auto verdoppeln. Schon in wenigen Jahren werde es möglich sein, vom Fahrzeug aus Reisen zu buchen, den Parkplatz zu reservieren oder online etwas einzukaufen.

Autofahrer könnten in Zukunft laut Mercer-Untersuchung bis zu sechs Prozent ihres verfügbaren Einkommens auf einer mobilen Plattform im Fahrzeug ausgeben. "Das bedeutet, dass die Autofahrer bereit sind, für attraktive Telematik-Dienste über die gesamte Lebensdauer ihres Autos noch einmal das Doppelte dessen auszugeben, was sie für den Neuwagen bezahlt haben." Dabei gehe es nicht um zusätzliche Kosten, sondern um Ausgaben, die ohnehin getätigt würden, künftig aber vom Auto aus erledigt werden sollen.

Für die Autoindustrie werde es immer schwieriger, sich technisch von den Konkurrenten zu unterscheiden, sagte Kalmbach. "Vorsprung durch Technik wird es bald innerhalb einer Klasse kaum noch geben." Zudem drücke die Konzentrationswelle bei den Zulieferern auf die Margen. Daher müssten die Autokonzerne neue Wege suchen, um die Kunden dauerhaft an die Marke zu binden. Die UMTS-Technologie biete nun die Chance dazu.

Derzeit sind in der Oberklasse vor allem Navigationssysteme beliebt, die dem Fahrer auf unbekanntem Terrain den Weg weisen. Im nächsten Schritt würden sich branchenspezifische Dienste beispielsweise für den Außendienstler oder Kurierfahrer durchsetzen, prognostizierte Kalmbach. In acht bis zehn Jahren sei dann eine 100- prozentigen Marktdurchdringung möglich.

Das Gewinnpotenzial für die großen Hersteller beziffert die Mercer-Studie auf jeweils mehrere Mrd. DM im Jahr. Die Autohersteller könnten von Werbeeinnahmen auf den Telematik-Portalen ebenso profitieren wie von einer Umsatzbeteiligung beim E-Commerce. Die Konzerne hätten eine attraktive Adresskartei mit oft zahlungskräftiger Kundschaft.

Die Autokonzerne müssten allerdings bereit sein, sich zum "Mobilitätsdienstleister" zu wandeln, sagte Kalmbach. Noch dominiere die "klassische Ingenieurskultur". Derzeit seien Konzerne wie Daimler-Chrysler und General Motors bei Telematik-Angeboten vorn. Von der Oberklasse könnten sich die neuen Technologien auch in billigeren Autos durchsetzen. Ähnlich wie bei Handys sei mit drastisch sinkenden Gerätepreisen zu rechnen, da das Geld über die Dienste verdient werde.

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