Immer mehr Bestellungen via Internet
Otto Gruppe macht weniger Umsatz

Die Versandhandelsgruppe Otto hat ein schlechtes Jahr hinter sich: Der Umsatz der Gruppe ging im Geschäftsjahr 2001/02 (28.2.) um 3,1 % auf 22,8 Mrd. Euro zurück.

beu HAMBURG. Im Vorjahr hatte er bei 23,5 gelegen. Als Grund nennt das Unternehmen ein unbefriedigendes Weihnachtsgeschäft und eine spürbare Kaufzurückhaltung nach der Euro-Einführung im Januar. Trotzdem habe sich die Gruppe in der Flaute aber "vergleichbar wacker geschlagen", heißt es bei Otto. Der Auslandsanteil ermäßigte sich leicht von 55 auf 54 %.

Die Konsumschwäche beeinträchtigte bei Otto vor allem das Vollsortiments-Kerngeschäft sowie die Aktivitäten in Großbritannien. Dort rutschte der Umsatz um 7,5 % auf 993 Mill. £. In den USA, wo die Kaufzurückhaltung auf Grund der Terroranschläge besonders groß war, büßte die Schwesterfirma Spiegel mit 3,2 Mrd. $ beim Umsatz um 13,4 % ein. Weniger betroffen waren die Spezialanbieter mit Ausnahme des Computerhändlers Actebis, der mit 4,4 Mrd. Euro 9 % weniger umsetzte als ein Jahr zuvor.

Im Online-Geschäft Nummer zwei hinter Amazon

Zu den Ertragszahlen hält sich der Versand traditionell zu diesem Zeitpunkt zurück. Otto erklärte nur, dass man den vorjährigen Konzernüberschuss von 258 Mill. Euro nicht erreiche. Auf jeden Fall falle ein dreistelliger Millionen-Betrag an. Vorangekommen sei das Online-Geschäft mit Endverbrauchern mit einem Wachstumssprung um 56 % auf 1,7 Mrd. Euro. Damit sei man Nummer zwei hinter Amazon.

Bei der Einzelgesellschaft Otto Versand, Hamburg, deren Umsatz um 0,8 % auf 3,31 Mrd. Euro sank, legten die Online-Umsätze um 42 % auf 490 Mill. Euro zu und steigerten damit ihren Anteil auf knapp 15 % (10). Renner bei den Online-Bestellungen sind PC, Dessous, Unterhaltungselektronik und junge Mode. In den vergangenen drei Jahren wurden 250 Mill. Euro in diesen Bereich investiert; er schreibt noch Anlaufverluste. Langfristig erwartet Otto durch die günstigere Abwicklung aus dem Online-Geschäft eine höhere Rendite als aus dem Kataloggeschäft.

Optimismus für das laufende Geschäftsjahr

Gegen den Konjunkturtrend behauptete sich 2001/02 in Deutschland die Heine-Gruppe mit einem Umsatzplus von 11,7 % auf 1,4 Mrd. Euro und die Schwab-Gruppe mit 1,3 Mrd. Euro (+2,7 %). Nach dem Jubiläumsjahr mit einem 20-prozentigen Umsatzplus rutschte der Baur Versand wieder um 12 % auf 814 Mill. Euro ab. Die mit Rewe betriebene Fegro/Selgros-Gruppe steigerte ihr Geschäft um 9,5 % auf 2,2 Mrd. Euro. Otto würde gern die 50 % an Rewe verkaufen, doch wenn der Preis nicht stimme, werde Fegro weiter gehalten.

Für das laufende Geschäftsjahr zeigte Otto-Chef Michael Otto sich optimistisch. Zwar seien erste Besserungen des Konsumklimas in den USA spürbar, generell sei aber nicht mit einer Belebung vor der zweiten Jahreshälfte zu rechnen.

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