Immer mehr Interessenten für eine Teilübernahme
Kirch Media verlängert Angebotsfrist

Die verbindlichen Angebote für die insolvente Kirch Media sollen erst am 12. September und damit zwei Tage später als ursprünglich anvisiert eingehen. Derweil gibt es immer mehr Interessenten für eine Teilübernahme.

Reuters FRANKFURT/MÜNCHEN. Das Abgabedatum sei von Dienstag auf Donnerstag verlegt worden, sagte ein Kirch-Media-Sprecher am Montag. Die Investmentbank UBS Warburg, die das Bieterverfahren betreut, habe sich "aus verfahrenstechnischen Gründen" zu diesem Schritt entschieden. Nähere Angaben wollte der Sprecher nicht machen. Ende August hatte es in verhandlungsnahen Kreisen geheißen, als Termin werde der 10. September angepeilt, die Frist könnte aber auch um wenige Tage verlängert werden.

Damit haben Interessenten noch bis Donnerstag Zeit, in einer zweiten Runde diesmal verbindliche Angebote für KirchMedia als Ganzes aber auch einzelne Bestandteile abzugeben. Kirch Media sucht seit Monaten nach einem Käufer, das Verfahren verläuft aber eher schleppend. Eigentlich hatte die neue Geschäftsführung bis Anfang September endgültige Investoren präsentieren wollen.

Nach der Abgabe unverbindlicher Angebote sind bislang ein Konsortium aus Commerzbank und dem US-Studio Columbia Tristar, der US-Milliardär Haim Saban zusammen mit der französischen Sendergruppe TF1 sowie eine Gruppe aus den Kirch-Media-Altgesellschaftern Lehman Brothers, Rewe und dem saudischen Prinzen Al Waleed in die engere Auswahl gekommen.Dagegen waren die Bietergruppe um die Verlage Axel Springer und Heinrich Bauer sowie der US-Konzern Viacom aus dem weiteren Verfahren ausgeschlossen worden. Sie können aber wieder einsteigen, wenn sie ihre Angebote verbessern. Auch eine Umbildung oder der Zusammenschluss bekannter Konsortien gilt als möglich.

Unterdessen werden immer mehr Interessenten bekannt, die - entgegen dem Willen der neuen Kirch-Media-Geschäftsführung - die insolvente Gesellschaft nur in Teilen übernehmen wollen. So berichtete "Die Welt" in ihrer Montagausgabe, die Anschutz Group des US-Milliardärs Philip Anschutz wolle das Deutsche Sportfernsehen DSF und das Online-Portal Sport 1 kaufen. Ein Anteil von 25,1 % solle dabei an das Medienunternehmen EM.TV gehen. Dieses hatte letzte Woche bereits bestätigt, eine Minderheitsbeteiligung zu prüfen.

Der Kirch-Media-Sprecher wiederholte aber frühere Äußerungen, wonach es weiter Ziel sei, das Kirch-Media-Kerngeschäft als Ganzes zu verkaufen. In der Vergangenheit war immer wieder spekuliert worden, Investoren könnten versuchen, etwa nur einen Kauf der Sendergruppe Pro Sieben Sat.1 durchzusetzen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%