Immer mehr junge Leute entdecken das Wandern
Stapfen über Stock und Stein

Wandern, die wunderbar einfache "Königin der Leibesübungen" wirkt wie ein Wellness-Mittel für Seele und Körper.

Glucksend windet sich ein Flüsschen durch das enge Hölletal. Gewaltige Steine türmen sich neben einem Weg auf. Michael Sänger jubiliert ob dieser Schönheiten der Natur. Glücksgefühle durchströmen den Wanderer, als er etwas später durch gelbe Felder und leuchtend grüne Wiesen läuft und dabei mittelalterliche Dörfer streift: "Das ist ein neuer Stern am Himmel der deutschen Spitzenwanderwege!" schwärmt er über die Wanderroute "Frankenweg", die Anfang September eröffnet wird. "Romantik pur!"

Dabei versetzt nicht nur der 500 Kilometer lange Weg zwischen fränkischem Rennsteig und Schwäbischer Alb Sänger in Euphorie. Der 53-Jährige liebt das Wandern, "weil man alle Sorgen zurücklässt und sich einfach frei fühlt". Spätestens nach einer Stunde im Wald hat er "das vermaledeite Büro" vergessen und gibt seine Sinne vollends den Eindrücken der ihn umgebenden Natur hin. Mehr noch: Aus Liebe zum Wandern hängte der Ökonom vor zwanzig Jahren seinen Job als Verlagsleiter an den Nagel und gibt jetzt das "Wandermagazin" heraus.

Dabei findet er sich mit seiner Passion in guter Gesellschaft: Aus dem einst belächelten Senioren-Sport ist, so belegen Umfragen, ein Trendsport für Akademiker zwischen 30 und 50 geworden. "Es sind junge, gebildete Aufsteiger, die das Wandern neu entdecken", analysiert Rainer Brämer, Soziologie-Professor von der Universität Marburg und Mitautor einer Studie.

Selbst Manager, Politiker und Entertainer haben die Vorzüge des lange Zeit geschmähten Sports für sich realisiert; darunter Post-Chef Klaus Zumwinkel und Conti-Boss Manfred Wennemer, Uno-Generalsekretär Kofi Annan und der nordrhein-westfälische SPD-Chef Schartau. Nicht zuletzt Hape Kerkeling wandert sich die Seele frei.

Wissenschaftler und Gesundheitspolitiker freut der Trend: Wandern ist, so Psychologen, mentale Wellness schlechthin. Nirgendwo sonst kann man dem ZivilisationsStress so gut entfliehen. Wer zehn Stunden täglich im Büro auf den flimmernden Bildschirm blickt, erlebt Berge und Wald als lärm- und medienfreie Erholungsoase. Bei einem Tempo von vier Kilometern pro Stunde kommt der Geist definitiv zur Ruhe.

Daneben ist "die Königin der Leibesübungen" (Gandhi) auch gesunder Ausgleichssport: Das Herz- Kreislauf-System wird trainiert, der Fettstoffwechsel angeregt und Muskelmasse aufgebaut. Wer wandert, macht ein Ganzkörpertraining. Dazu gehört nicht nur die richtige Ausrüstung - vor allem gut sitzende, robuste Schuhe mit rutschfestem Profil. Vor längeren Trips empfiehlt sich ein medizinischer Check-up.

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