Immer mehr Kämpfer desertieren
Aufstand gegen Taliban setzt bin Laden unter Druck

Nach den Erfolgen der Nordallianz gegen die Taliban in Afghanistan scheinen sich immer mehr Menschen in den südlichen Landesteilen gegen die bisherigen Herrscher zu erheben. Oppositionsführer und Flüchtlinge aus dem Süden berichteten am Mittwoch, der Aufstand gewinne an Dynamik. Die Paschtunen, die bislang die Taliban unterstützt hätten, wendeten sich von ihnen ab.

Reuters ISLAMABAD. Außerdem desertierten immer mehr Taliban-Kämpfer. Afghanistan-Experten sehen damit den Druck auf den arabischen Moslem-Extremisten Osama bin Laden wachsen. Es sei nicht ausgeschlossen, dass ihn Taliban-Kämpfer verrieten, um einerseits ihre Haut zu retten und andererseits an die von den USA ausgelobten fünf Mill. $ Belohnung zu kommen.

Der gegen die Taliban kämpfende Stammesführer Hamid Karsai berichtete, der bei Kandahar gelegene Flughafen sei von Anti-Taliban-Kämpfern mit Hilfe der Bevölkerung und Deserteure erobert worden. Der Flughafen liegt etwa 30 Kilometer von Kandahar entfernt, dem Zentrum der Taliban-Bewegung. Die Stadt selbst sei noch unter Kontrolle der Taliban. Afghanen, die aus dem Gebiet um Kandahar nach Pakistan gekommen sind, berichteten, sie hätten gesehen, wie 4000 bis 5000 Kämpfer den Flughafen eingenommen hätten.

Unter den Paschtunen, dem größten Volk in Afghanistan, wächst offenbar die Ablehnung der Taliban. Vor allem aber gegen die tschetschenischen und arabischen Kämpfer der El-Kaida - Organisation bin Ladens hegen die Paschtunen eine Abneigung.

Wenn der Aufstand gegen die Taliban im Süden weiter gehe, könnte es für bin Laden und die El Kaida eng werden, sagen Afghanistan-Experten. Sie brauchten die Unterstützung der lokalen Bevölkerung für Logistik, Lebensmittel, Wasser und nicht zuletzt, weil sie der Sprache nicht mächtig seien.

Die USA machen bin Laden für Anschläge vom 11. September in New York und Washington verantwortlich. Die Taliban bieten bin Laden Unterschlupf.

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