Immer noch Bewegung in Bieterkonsortien
Kirch-Konsortium will Berlusconi als Partner

Eine Kirch-Media-Bietergruppe der Investmentbank Lehman Brothers, des Handelskonzerns Rewe und des saudischen Prinzen Al Waleed verhandelt mit dem italienischen Mediaset-Konzern über einen Beitritt zu dem Konsortium.

Reuters DUBAI. Das Konsortium würde Mediaset, die von der Familie des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi kontrolliert wird, gerne als Partner aus der Medienbranche aufnehmen, sagte P.J. Shoucair, Berater des Prinzen Al Waleed, am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Es würden intensive Verhandlungen darüber geführt. Er widersprach damit früheren Angaben aus Branchenkreisen, wonach Mediaset bereits Teil des Konsortiums sei. Die Bietergruppe sei in dem Bieterverfahren für eine Übernahme der insolventen Kirch-Media in die engere Auswahl von insgesamt drei Konsortien gekommen und suche nach weiteren Partnern, sagte Shoucair.

Kirch-Media hatte am Freitag bekannt gegeben, dass drei Konsortien in die engere Auswahl gekommen seien und nun Zugang zu detailliertem Zahlenmaterial über die Rechtehandels- und TV-Gesellschaft erhalten sollen. Namen von Bietern nannte das Unternehmen allerdings nicht.

Immer noch Bewegung in Bieterkonsortien

Lehman, Rewe und Al Waleed waren vor der Insolvenz Gesellschafter von Kirch-Media gewesen - genauso wie Mediaset und der australische Medienunternehmer Rupert Murdoch. Im April waren die Verhandlung zwischen den Anteilseignern und den Gläubigerbanken über eine Rettung von Kirch-Media gescheitert, so dass die Kerngesellschaft des Medienimperiums von Leo Kirch Insolvenz beantragen musste.

"Wir wollen Mediaset mit an Bord holen, weil sie Altgesellschafter von Kirch-Media sind und viel vom Geschäft verstehen", sagte Shoucair. "Wir sind optimistisch und suchen nach Wegen, bis Ende des Monats noch mehr Mitglieder in das Konsortium zu holen", fügte er hinzu. Als möglichen Partner nannte der Berater des Prinzen den Springer Verlag, der mit seinem Angebot aus dem Verfahren herausgefallen ist.

Nach Angaben aus Branchenkreisen haben es neben dem Konsortium der Altgesellschafter eine Bietergruppe aus Commerzbank und dem US-Studio Columbia sowie ein Team des US-Milliardärs Haim Saban und der französischen Senderfamilie TF1 in die zweite Runde des Bieterverfahrens geschafft. Dagegen seien der US-Konzern Viacom und ein Konsortium aus den Verlagen Springer und Bauer zusammen mit der Hypo-Vereinsbank zunächst ausgeschieden. Diese Bewerber hätten aber die Chance, ihre Angebote aufzubessern und so wieder in das Verfahren einzusteigen, hatte es bei Kirch-Media geheißen.

Bis Ende August/Anfang September soll nach den Plänen der Kirch-Media-Geschäftsführung der endgültige Investor feststehen.

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