Immer unter Dopingverdacht
Leichtathletik-Wettkämpfe starten am Freitag

Die Sieger werden golden strahlen, und doch wird auch wieder ein Schatten auf die Leistungen fallen: Am Freitag beginnen in Peking die Leichtathletik-Wettkämpfe – und der Doping-Verdacht läuft immer mit.

Wenn am Freitag im Vogelnest von Peking die Leichtathletik-Wettbewerbe der Sommerspiele mit dem Sprint-Gipfel der Männer beginnen, steht 20 Jahre nach dem Dopingskandal von Ben Johnson, acht Jahre nach den manipulierten Siegen von Lügnerin Marion Jones und vier Jahre nach drei aberkannten Olympiasiegen von Athen die Glaubwürdigkeit der gesamten Sportart auf dem Spiel.

Beängstigende Vorzeichen

Die Vorzeichen lassen Schlimmes befürchten. In den Tagen vor den Spielen wurden elf russische Athleten, darunter drei Läuferinnen mit Chancen auf viermal Gold, sowie ein griechischer 200-m-Läufer aus dem Verkehr gezogen. Und nur durch einen juristischen Schachzug konnte das Internationale Olympische Komitee (IOC) den Start von Skandalsprinterin Ekaterini Thanou (Griechenland) verhindern, deren Flucht vor Dopingkontrolleuren die Spiele 2004 überschattete.

Zweifel bleiben auch bei denen, die an den Start gehen. Die Leistungsexplosion im Sprint durch Weltrekordler Usain Bolt aus Jamaika (9,72 Sekunden), seinen Landsmann Asafa Powell (9,74) und Tyson Gay (USA/9,77) etwa ist hochverdächtig. Dabei könnte Bolt als erster Athlet nach Carl Lewis 1984 und als neunter insgesamt sogar das olympische Sprint-Triple (100m, 200m, 4x100m) schaffen und außerdem das erste 100-m-Gold für Jamaika holen.

Deutsche Leichtathleten mit begrenzten Chancen auf Gold

Dem 60-köpfigen deutschen Team droht bei 47 Entscheidungen, zu denen erstmals bei Olympia die 3000m Hindernis der Frauen gehören, das dritte Olympia ohne Gold nach Melbourne 1956 und Athen 2004. Ein ähnliches Ergebnis wie bei der WM 2007 in Osaka mit zwei Siegen und insgesamt sieben Medaillen scheint außer Reichweite.

Doch Cheftrainer Jürgen Mallow bleibt trotz der Ausfälle der Medaillenkandidatinnen Franka Dietzsch (Diskus) und Irina Mikitenko (Marathon) optimistisch: "Nach meiner Einschätzung sind die Athleten punktgenau in Form und werden sich mit viel Selbstbewusstsein ihrer Konkurrenz stellen." Ziel bleibe ein Ergebnis im Bereich von Osaka.

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