Immer weniger Rückhalt für NRW-FDP-Chef
Basis für Möllemann bröckelt

Im Machtkampf innerhalb der nordrhein-westfälischen FDP gerät der umstrittene Landesvorsitzende Jürgen Möllemann massiv unter Druck der eigenen Basis.

ddp DÜSSELDORF. Der mächtige FDP-Bezirksverband Köln sprach dem Politiker fast einstimmig das Misstrauen aus und stimmte am Donnerstagabend mit nur einer Gegenstimme dafür, Möllemanns Vize Andreas Pinkwart zum neuen Landeschef zu wählen. Zuvor hatte bereits der Vorstand des drittgrößten FDP-Bezirks Düsseldorf den Rücktritt des Politikers gefordert. Der Verband Köln stellt allein rund ein Viertel aller Delegierten beim Sonderparteitag am 7. Oktober.

Auch in der münsterländischen Heimat Möllemanns bröckelt der Rückhalt. Am Donnerstag abend plädierte der Kreisvorstand Steinfurt bei nur zwei Gegenstimmen dafür, dem Bundesvorsitzenden Guido Westerwelle den Rücken zu stärken - und damit zwangsläufig Möllemanns FDP-Karriere zu beenden. In Borken traf es Möllemann noch härter. Im dortigen Kreisvorstand votierte nur ein Mitglied für das Verbleiben des umstrittenen nordrhein-westfälischen Landeschefs im Amt.

Unterdessen erneuerte Möllemann sein Versöhnungsangebot an Westerwelle. "Ich jedenfalls halte die Hand ausgestreckt", sagte der Politiker und fügte hinzu: "Westerwelle und Möllemann waren ein Dream-Team. Ich will, dass wir das wieder werden." Es sei "nicht der Stil" von Westerwelle, Gespräche abzulehnen. Vielleicht gebe es aber "Leute in seiner Umgebung, die Dinge äußern, die sie besser lassen würden".

Der Landesvorsitzende wies auch Gerüchte zurück, er spiele mit dem Gedanken, eine neue Partei zu gründen. Möllemann sagte dazu: "Das ist völliger Quatsch. Meine politische Heimat ist die FDP. Und ich will, dass sie es bleibt."

Nach Medieninformationen hegt die FDP-Führung hingegen seit längerem die Befürchtung, dass Möllemann eine eigene Partei gründen könne. Die Tageszeitung "Die Welt" berichtete unter Berufung auf FDP-Kreise, die Parteispitze habe bereits während des ersten Antisemitismusstreits im Mai vorsorglich den Namen "Freiheitliche Demokratische Partei" beim Bundeswahlleiter vorgemerkt, für den Fall, dass Möllemann eine eigene Partei mit diesem Namen gründen würde.

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