Immobilienbewertung
Telekom muss den Konzernüberschuss korrigieren

Die Deutsche Telekom hat infolge von Neubewertungen ihres Immobilien-Vermögens den Jahresgewinn 2000 um 1,5 Mrd. ? nach unten korrigiert.

Reuters BONN. Die Deutsche Telekom hat infolge von Neubewertungen ihres Immobilien-Vermögens den Jahresgewinn 2000 um 1,5 Mrd. ? nach unten korrigiert. Wie der Bonner Konzern am Mittwochmorgen mitteilte, werden pauschale Wertberichtigungen auf Grundstücke im Wert von zwei Mrd. ? vor Steuern im vierten Quartal 2000 vorgenommen. Diese Maßnahme führe zu einer Anpassung des auf vorläufiger Basis veröffentlichten Konzerüberschusses 2000 auf 5,9 Mrd. ? von zuvor 7,4 Mrd. ?. Die Wertberichtigung habe aber keinen Einfluss auf die Liquidität des Unternehmens, hieß es. Wie die Telekom zugleich mitteilte, will sie Anteile am US-Telefonanbieter Sprint Fon im Wert von 2,1 Mrd. ? abstoßen. Die T-Aktie gab zum Handelsauftakt kräftig nach.

Die Staatsanwaltschaft Bonn überprüft derzeit nach Telekom-Angaben, ob der Konzern Buchwerte von Immobilienvermögen nach deutschen Bilanzierungs-Vorschriften unzutreffend angesetzt hat. Die Telekom bestritt am Mittwoch in der Pflichtmitteilung diesen Vorwurf nochmals. Mit Blick auf die pauschalen Wertberichtigungen hieß es, die Telekom verfolge eine neue Strategie, um sich beschleunigt von einem erheblichen Teil ihres Immobilienvermögens zu trennen. Im Zuge dieses Vorhabens seien die Wertansätze des Immobilienportfolios überprüft worden, was zu der Nebewertung auf der Aktivseite geführt habe. Den Gesamtbuchwert des Immobilienvermögens gab die Telekom mit 17,2 Mrd. ? an.

Die Telekom teilte zugleich mit, noch im ersten Quartal ihre 76,2 Mill. Aktien des US-Partners Sprint am Markt verkaufen zu wollen. Zudem werde den Konsortialbanken eine Mehrzuteilungsoption für die noch verbleibenden 11,2 Millionen Papiere eingeräumt, hieß es. Sprint habe die Registrierung für das öffentliche Angebot bereits bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Den aktuellen Marktwert der insgesamt gehaltenen Aktien von Sprint Fon bezifferte die Telekom auf rund 2,1 Mrd. ?. Konsortialführer für die Transaktion seien die Investmenthäuser Goldman Sachs, Morgan Stanley Dean Witter und UBS Warburg LLC. Aus dem Verkauf der Aktien werde ein positiver Ergebnis-Effekt für das laufende Geschäftsjahr erwartet.

Konzentration auf vier Kernbereiche



Sowohl die angestrebten Immobilienverkäufe als auch die Trennung von den Sprint-Anteilen seien Bestandteil der Telekom-Strategie, Nicht-Kernaktivitäten zu veräußern und sich auf die vier Wachstumsbereiche Mobilfunk, Online, Festnetz und Systemlösungen zu konzentrieren, hieß es weiter. Im Rahmen dieser Strategie habe sich die Telekom bereits von Randaktivitäten wie etwa Kabel-Sparten getrennt, hieß es. Am Aktienmarkt wurde die Mitteilung zu den Immobilien- Wertberichtigungen und dem baldigen Sprint-Ausstieg negativ aufgenommen. Die zuletzt freundliche T-Aktie startete mit einem Abschlag von mehr als drei Prozent auf 25,89 ? in den Börsenhandel. Das Papier hatte erst in der vergangenen Woche seinen tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahren markiert und sich zu Beginn dieser Woche leicht von diesem Rückschlag erholt.

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