Immobilienfinanzierung
Geschickt verhandeln lohnt sich

Niedrige Zinsen sollten zu höherer Tilgung genutzt werden. Dann wird die Baufinanzierung billiger.

chs DÜSSELDORF. Am Anfang steht der Kassensturz: Aus den monatlichen Einnahmen und den Ausgaben ermitteln die Kreditberater, wie viel Immobilie sich der Kunde leisten kann. Faustregel: Die Rate für die Hypothek sollte nicht höher sein als die bisherige Kaltmiete plus dem Betrag, der Monat für Monat auf die hohe Kante wandert. Oder prozentual ausgedrückt, gilt die Finanzierung als tragfähig, wenn der Geldgeber nicht mehr als 45 Prozent des Nettoeinkommens abbucht.

Das Fundament jeder Baufinanzierung sind die Eigenmittel. 20 Prozent der benötigten Summe sollten es schon sein. Sind es weniger, winken die Banken oft ab. Dabei addieren sich zum Bau- oder Kaufpreis leicht bis zu zehn Prozent an Nebenkosten für Notar, Grunderwerbsteuer, Makler und Grundbucheintragung.

Dann ist Verhandlungsgeschick gefragt. Erfahrungsgemäß lassen sich beim Zinssatz oder anderen Konditionen einige Tausender herausschlagen, wenn sich der Kunde einen Marktüberblick verschafft hat - beispielsweise in den Hypothekenzinstabellen, die der Investor regelmäßig veröffentlicht. Wer gute Erfahrungen mit seiner Hausbank gemacht hat, sollte aber nicht wegen eines Zehntelprozentpunktes wechseln. Nachverhandeln hilft oft.

Schließlich muss der Darlehensnehmer entscheiden, wie lange er sich mit den Zinsen festlegen will. Bei variablen Krediten werden die Zinsen in regelmäßigen Abständen den Marktzinsen angepasst. Das lohnt aber meist nur, um Hochzinsphasen auszusitzen. Allerdings haben diese Darlehen den Vorteil, dass sie mit dreimonatiger Frist gekündigt werden können - und zwar ohne Vorfälligkeitsentschädigung. Legt der Kunde die Laufzeit fest, ist er daran gebunden. Will er dann vorzeitig aussteigen, etwa weil er sein Haus verkauft, muss er den Banken den entgangenen Zinsgewinn erstatten. Bei Laufzeiten über zehn Jahren ist aber ein kostenloser Ausstieg mit sechsmonatiger Kündigungsfrist möglich.

Die derzeitige Niedrigzinsphase sollte zu einer höheren Tilgung genutzt werden. Auf jeden Fall sollten kostenlose Sondertilgungsmöglichkeiten vereinbart werden. Zehn Prozent der Darlehenssumme jährlich gewähren viele Banken inzwischen.

Und wer als Kunde die Kreditberatung ohne Tilgungsplan verlässt, sollte sich einen anderen Geldgeber suchen. Denn darin steht schwarz auf weiß, wie hoch der Effektivzins ist, wie viel Restschuld am Ende der Zinsbindung übrig bleibt und wie teuer das Darlehen in Euro und Cent ist.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%