Immobilienkonzern hält Dividende stabil
IVG droht 2003 ein Gewinnrückgang

Der Immobilienkonzern IVG will seinen Aktionären trotz eines deutlichen Gewinnzuwachses im vergangenen Jahr nur eine unveränderte Dividende zahlen. Für 2003 schließt IVG einen Rückgang des Ergebnisses angesichts der ungewissen Konjunkturentwicklung nicht aus.

Reuters DÜSSELDORF. Vorstand und Aufsichtsrat würden der Hauptversammlung im Mai eine Dividende von erneut 0,34 ? je Aktie vorschlagen, teilte das Unternehmen am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz in Düsseldorf mit. Einen Ausblick für 2003 gab IVG wiederum nicht, der Konzern schloss aber einen Gewinnrückgang nicht aus. Der Immobilienmarkt habe schon im vergangenen Jahr mit rückläufigen Umsätzen je Fläche und geringeren Spitzenmieten auf die Konjunkturflaute reagiert, hieß es.

"Ein Rückgang des Ergebnisses ist angesichts der unsicheren Konjunkturentwicklung nicht auszuschließen", sagte Finanzvorstand Dirk Matthey. Zwar könne IVG dies leicht durch den Verkauf von Immobilien wettmachen, dies sei aber nicht ratsam. "Wir werden nicht unser Tafelsilber verkaufen, um das Ergebnis in der Gewinn- und Verlustrechnung hochzufahren."

Vorstandschef Eckart John von Freyend fügte hinzu, vor dem Hintergrund der zunehmenden Zahl von Insolvenzen in Deutschland im vergangenen Jahr auf mehr als 40 000 sei auch nicht auszuschließen, dass einzelne Mieter der IVG insolvent würden. Eine exakte Ergebnisprognose sei derzeit nicht möglich.

IVG bestätigte am Donnerstag die bereits im März veröffentlichten Geschäftszahlen für 2002. Danach steigerte der Konzern seinen operativen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 13,8 % auf 188,7 Mill. ?. Der Jahresüberschuss kletterte um 3,4 % auf 70,4 Mill. ?. Zugleich legte der Konzernumsatz um 47,6 % auf 471,2 Mill. ? zu.

Mit Blick auf den schwachen Aktienmarkt sagte Vorstandschef von Freyend, IVG müsse sich das erforderliche Kapital für neue Investitionen zur Zeit in erster Linie über Immobilienfonds beschaffen. "Über die Börse ist derzeit nur wenig Kapital zu holen." Vor wenigen Tagen habe IVG von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) die Genehmigung für den Start einer eigenen Immobilienfonds-Gesellschaft erhalten, der IVG Immobilien Kapitalanlagegesellschaft mbH. Die Gesellschaft werde offene Immobilienfonds platzieren, allerdings nicht als Publikumsfonds, sondern für institutionelle Anleger.

Zu Spekulationen über ein Interesse der IVG an der E.ON-Tochter Viterra sagte Vorstandschef von Freyend, dies seien immer wieder aufkommende Gerüchte am Markt. "Mit der Realität hat dies nichts zu tun." Viterra-Chef Wolfhard Leichnitz hatte bereits am Tag zuvor erklärt, entsprechende Berichte seien völlig aus der Luft gegriffen. Viterra ist mit bundesweit 165 000 Wohnungen größter privater Wohnungsanbieter, während IVG auf Gewerbeimmobilien spezialisiert ist.

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