Immobilienspiegel
Zehn Anbieter teilen sich den Berliner Markt

Business-Center bieten Bürofläche mit Service - und Zeitverträgen. Den Berliner Markt teilen etwa zehn Anbieter unter sich auf.

BERLIN. Für die Industrie- und Handelskammer im Ludwig-Erhard-Haus hat der Unternehmensberater Robert Wahlen ein besonderes Vermarktungskonzept erarbeitet: "Hier wird der massgeschneiderte Arbeitsplatz vermietet", sagt er. Wahlen bietet den Mietern nicht nur den Raum, sondern auch Technik, Möbel und sogar Personal. Das Bürohaus ist ein Business-Center - ein Trend auf dem Berliner Immobilien-Markt.

Ein Angestellter verbringt einer Studie des Statistischen Bundesamtes zufolge zwischen 40 und 60 Prozent seiner Arbeitszeit mit Tätigkeiten, die nicht zu seinen Kernaufgaben gehören: Postablage, Buchhaltung, Reisebuchung und andere Sekretariatsarbeiten. Für ein Unternehmen bedeuten diese "sekundäre Arbeitsprozesse" zusätzliche Kosten von 37500 Mark pro Jahr - ein Gehalt von 100000 Mark vorausgesetzt. Außerdem zahlt der Arbeitgeber jährlich etwa 18000 Mark für die Unterhaltung des Arbeitsplatzes. Wahlen zufolge kann eine Firma hier bis zu 15 Prozent der Kosten sparen: Wenn sie Räume in einem sogenannten Business Center mietet. Andere Anbieter halten sogar Einsparungen von maximal 30 Prozent für möglich. Der Mieter von Business-Centern spare die Investition in Technik und Raumausstattung sowie bei Reinigungsdienst und Versicherungen.

Üblich sind Mietverträge von mindestens drei Monaten. Center wie Regus, Pedus und MWB bieten jedoch sogar Büros für einen Tag an. Das Business-Center Sorat Hotel&Office in Neukölln lockt Mieter mit dem Angebot, in einem der 21 Sorat Hotels der Stadt billiger zu wohnen. Der WWBC Alexander Plaza - ein Verband kleinerer Business-Center - stellt seinen Kunden das hoteleigene Fitnesscenter kostenlos zur Verfügung. Die Kunden des Business-Centers Sattelite Office am Checkpoint Charlie haben Zugriff auf die im Haus ansässige PR-Agentur. Für sein ungewöhnliches Konzept empfing Sattelite Office im vergangenen Jahr den "1. Preis für den virtuellen Dienstleister des Jahres 2000" vom Bundesverband Business Center e.V.. Im Business-Center am Checkpoint teilen sich 120 Kunden die gleiche Adresse, aber nicht alle nutzen die 20 Büros. Ein Sekretärinnen-Pool übernimmt Aufgaben sowohl für die Kunden in den Büros als auch für jene, die lediglich die Post-Adresse nutzen. Eingehende Anrufe nehmen die Sekretärinen mit Firmennamen entgegen und leiten sie auf das Handy oder ins Festnetz des virtuellen Mieters weiter. Kostenpunkt: 500 Mark im Monat.

Ein 18 Quadratmeter großes Büro einschließlich Sekretariatsservice kostet im Sorat Hotel in Neukölln 800 Mark, in zentraleren Lagen 1500 Mark monatlich. "Wir kalkulieren nicht mehr in Quadratmetern, sondern in "Workstations", sagt Marketing Repräsentantin Silke Wirth von MWB. Eine Einheit kostet monatlich ab 1700 Mark und entspricht etwa 14 Quadratmetern. Der Bundesverband Business Center e.V. rechnet mit einer Verdoppelung des Bedarfs an Business-Centern in den nächsten drei Jahren. In Deutschland liegt der Marktanteil derzeit bei 0,3 Prozent, in den USA beträgt er fünf Prozent. Zurzeit teilen sich etwa zehn Anbieter den Berliner Markt. Begehrt sind besonders die Lagen in der City-West, im Regierungsviertel und am Alexanderplatz sowie am Potsdamer Platz.

Quelle: Der Tagesspiegel vom 07.07.2001

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