Immunbiologen in Freiburg
Forscher entdecken Leukämie verhinderndes Protein

Forscher in Freiburg haben ein Protein entdeckt, das bei der häufigsten Form von Leukämie bei Kindern eine Rolle spielt. In bis zu 50 Prozent dieser Blutkrebsfälle fehle das so genannte Adapterprotein SLP-65, sagte der Immunologe Michael Reth, der an der Universität Freiburg und dem Freiburger Max-Planck- Institut für Immunbiologie arbeitet. Das Team um Reth und Hassan Jumaa berichten über ihre Erkenntnisse zur akuten lymphatischen Leukämie (ALL) im Fachjournal "Nature" (Bd. 423, S. 452) vom Donnerstag.

HB/dpa FREIBURG. Zunächst sei die Auffälligkeit an Mäusen entdeckt worden, erläuterte Reth. Untersuchungen an jungen Leukämiepatienten hätten dann gezeigt, dass dieses Protein auch Tumore beim Menschen verhindere. Diese Erkenntnis sei die Grundlage für weitere wissenschaftliche Arbeiten, sagte Reth. Die Forscher hoffen, in Zukunft die außerordentlich belastende Chemotherapie bei derartigen Krankheiten durch andere Behandlungsmethoden ersetzen zu können.

Warum dieses Protein vielen Patienten fehlt, sei noch nicht geklärt. Die Freiburger Wissenschaftler vermuten jedoch, dass Viren die Produktion dieses Proteins verhindern. Welche der vielen Viren, denen Kinder ausgesetzt sind, diese Leukämieform auslösen, ist jedoch noch völlig unklar, sagte Reth. Daran werde weiter geforscht.

Die Grundlagenforschung in diesem Bereich begann 1995. Beteiligt an dem Projekt waren außer der Universität Freiburg und dem Freiburger Max-Planck-Institut auch noch Kliniken in Hannover, Zürich, Hamburg und Kuopio (Finnland).

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