Impfungen könnten schlecht für die deutschen Exporte sein
EU könnte bereits Mittwoch über MKS-Impfungen beraten

rtr BRÜSSEL. Der Ständige Veterinärausschuss der Europäischen Union könnte bereits am kommenden Mittwoch in Brüssel über den Antrag Nordrhein-Westfalens entscheiden, rund 1,1 Mill. Klauentiere an der Grenze zu den Niederlanden vorbeugend gegen die Maul- und Klauenseuche (MKS) zu impfen. Eine Sprecherin von EU-Gesundheitskommissar David Byrne sagte am Donnerstag in Brüssel, Bundesverbraucherministerin Renate Künast (Grüne) habe Byrne bereits über die Pläne des Bundeslandes informiert. Wenn alle Informationen über die Impfpläne vorlägen, könne der Veterinärausschuss bei seiner nächsten Sitzung am Mittwoch darüber beraten. Kommt es zu den Impfungen, könnten diese negative Folgen für deutsche Fleischexporte haben.

Der NRW-Impfplan sieht vor, in einem 25 Kilometer breiten Streifen an der Grenze zu den Niederlanden alle Klauentiere gegen MKS zu impfen. Das Fleisch der immunisierten Tiere solle nicht vernichtet, sondern verwertet werden, teilte das nordrhein-westfälische Verbraucherschutz-Ministerium mit. In dem für die Massenimpfung vorgesehenen Gebiet würden rund 300 000 Rinder und 800 000 Schweine gehalten. Im Norden der Niederlande war zuvor ein weiterer MKS-Infektionsherd aufgetreten. Die Europäische Kommission hatte daraufhin die Handelsbeschränkungen gegen die Niederlande verschärft.

Befallene und geimpfte Tiere können nicht unterschieden werden

Vorbeugende Impfungen hatten der Veterinärausschuss bereits für die Niederlande und Großbritannien gebilligt. Fleisch aus Gebieten, in denen vorbeugend geimpft wird, darf nicht ausgeführt werden und muss dort entweder eingelagert, verzehrt oder vernichtet werden. Zudem könnte ganz Deutschland ein Fleisch-Exportverbot von Staaten außerhalb der EU drohen, da diese in der Regel nicht zwischen Bundesländern unterscheiden, die impfen, und solchen, die dies nicht tun.

In EU-Kommissionskreisen hatte es bereits geheißen, wenn einzelne Bundesländer impfen wollten, werde sich die EU dem voraussichtlich nicht in den Weg stellen. Die Länder müssten dann aber auch alle Folgen tragen. Unter anderem Russland und die USA haben bereits Fleisch-Importe aus der EU untersagt, nachdem die Seuche ausgebrochen war. Nach einer Impfung dauert es EU-Kommissionskreisen zufolge in der Regel sechs bis zehn Tage, bis das geimpfte Tier gegen die Seuche immun ist. Von der Seuche befallene und geimpften Tiere können nicht unterschieden werden.

Die Tierseuche war im Februar in Großbritannien ausgebrochen. MKS-Fälle wurden bislang in den Niederlanden, Frankreich und Irland bestätigt. Die hoch ansteckende Seuche befällt unter anderem Rinder, Schafe, Schweine und Ziegen. Für den Menschen ist sie ungefährlich.

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