Importeure gewinnen Anteile hinzu
Autoabsatz kommt nicht in Fahrt

Auch wenn das Bild etwas schief ist, die Aussage ist klar: "Das leicht über dem Vorjahr liegende Zulassungsergebnis im Juli 2002 bleibt unserer Einschätzung nach eine Art Eintagsfliege." Nach Meinung von Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research (CAR) wird die Zahl der in Deutschland zugelassenen Pkw in diesem Jahr gegenüber dem bereits schwachen Vorjahr um 190 000 auf 3,15 Mill. Autos sinken. Die Juli-Zahlen seien keineswegs als Aufbruchsignal zu werten, die Grundstimmung der deutschen Autokäufer bleibe "labil."

hof FRANKFURT/M. Dudenhöffer widerspricht damit dem Verband der Deutschen Automobilindustrie VDA. Dieser hatte die Juli-Zahlen seiner Mitglieder, in denen auch die deutschen Exporte enthalten sind, Anfang der Woche als Zeichen für eine allmähliche Erholung gewertet. Stellvertretend für die deutschen Hersteller hatte Verbandspräsident Bernd Gottschalk davon gesprochen, dass "die Automobilindustrie einen höheren Gang eingelegt hat", auch wenn sie weiter "mit niedriger Drehzahl" fahre.

Doch selbst mit dieser vorsichtig optimistischen Einschätzung scheint der VDA alleine zu stehen. So hat der Verband der Importeure von Kraftfahrzeugen (VDIK) seine noch im Frühjahr bestätigte Prognose zur Wochenmitte um 100 000 Einheiten auf höchstens 3,25 Mill. Neuzulassungen nach unten revidiert.

Eine durchgreifende Erholung erwarten weder das CAR noch der Verband für das kommende Jahr. Beide gehen lediglich davon aus, 2003 auf das vergleichsweise schwache Niveau des Jahres 2001 zurückkehren zu können. "Erst 2004 wird es zu einem deutlichen Anziehen der Pkw-Nachfrage kommen", sagte VDIK-Präsident Volker Lange am späten Mittwoch Abend in Walluf im Rheingau. Dabei haben sich die Importmarken - allen voran die französischen und japanischen Anbieter - bislang in der Krise gut geschlagen. Während die Zahl der Pkw-Neuzulassungen in Deutschland in den ersten sieben Monaten des Jahres um mehr als 3 % zurück gegangen ist, legten die Importeure leicht zu und konnten ihren Marktanteil auf 33,5 % steigern.

Geholfen hat ihnen dabei, dass besonders die Japaner bei den in Europa beliebten Dieselmotoren eine Aufholjagd gestartet haben. So steckt in gut jedem vierten in Deutschland verkauften Auto ausländischer Herkunft bereits ein Dieselaggregat. Dennoch sieht Verbandspräsident Lange gerade in diesem Bereich noch Chancen. Denn das Stück, das sich die Importeure vom Dieselmarkt in Deutschland abschneiden, ist deutlich kleiner als das, das sie auf dem Gesamtmarkt für sich beanspruchen.

Renault und PSA bleiben stärkste Gruppe

Stärkste Gruppe unter den Importeuren bleiben die französischen Firmen Renault und PSA (Peugeot und Citroën). Sie konnten ihren Marktanteil in Deutschland im bisherigen Jahresverlauf sogar auf 11,8 % ausbauen. Mit Zuwachsraten beim Marktanteil kamen bislang auch die Japaner in der Krise mit einem blauen Auge davon. Großer Verlierer waren dagegen nach Angaben des VDIK in den ersten sechs Monaten die italienischen Importeure, die aber mit Marken wie Fiat, Alfa Romeo und Lancia weiterhin die drittgrößte Gruppe bilden.

Trotz sinkender Neuzulassungszahlen auch in den USA und den anderen europäischen Ländern mit Ausnahme von Großbritannien haben die meisten Automobilhersteller zuletzt mit guten Halbjahreszahlen überrascht. Als Hauptgründe dafür werden von den Marktexperten vor allem die Erfolge bei den Sparbemühungen angeführt. So wurden die Personal- und Materialkosten in den vergangenen Monaten bei den meisten Herstellern drastisch gesenkt - ein Effekt, der sich allerdings nur sehr begrenzt fortschreiben lässt.

Quelle: Handelsblatt

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