Impulse aus dem Ausland
MAN sieht kein Ende des Wachstumstrends

Der Münchener Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern rechnet in seinem Rumpfgeschäftsjahr 2000 mit einem Gewinnsprung um rund 15 Prozent. Vor allem im Ausland laufen die Geschäfte gut. Die Aktie reagierte positiv auf die Zahlen.

rtr MÜNCHEN. Der Münchener Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern MAN AG erwartet in seinem Rumpfgeschäftsjahr 2000 (Juli bis Dezember) einen Gewinnsprung um rund 15 %. Umsatz und Aufträge sollten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ebenfalls in dieser Größenordnung steigen, sagte MAN-Vorstandschef Rudolf Rupprecht am Dienstag auf der Bilanz-Pressekonferenz in München. Von Juli bis Dezember 1999 hatte MAN vor Ertragsteuern 228 Mill. Euro verdient, wodurch sich bei der genannten Gewinnprognose für das laufende Rumpfgeschäftsjahr ein Ergebnis von mehr als 262 Mill. Euro vor Steuern ergeben würde. Auch für das kommende Jahr sieht MAN kein Ende der Konjunktur im Maschinenbau. Mit einem Aufschlag von 4,5 % auf 30,13 Euro gehörte die MAN-Aktie zu den größten Gewinnern im DAX.

Rupprecht sagte, er rechne bei Umsatz, Aufträgen und Gewinn mit weiteren Steigerungen. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die Krise in Nahost und die hohen Ölpreise das Geschäfts nicht auf Dauer störten. Im Geschäftsjahr 1999/2000 (zum 30. Juni) war der Jahresüberschuss um 14 % auf 424 Mill. Euro gestiegen. Der Umsatz kletterte um zehn Prozent auf 14,6 Mrd. Euro. Die zugekauften Unternehmen, darunter der britische Lkw-Hersteller ERF, hätten den Umsatz um 6 % erhöht, zum Ergebnis aber noch nichts beigetragen, hieß es. MAN gleicht sein Geschäftsjahr, das bisher zum 30. Juni endete, vor allem aus steuerlichen Gründen an das Kalenderjahr an.

Neue Impulse nur aus dem Ausland

In den ersten drei Monaten des Rumpfgeschäftsjahres kamen neue Impulse für das Geschäft aber nur noch aus dem Ausland. Der Auftragseingang kletterte um 26 % auf 3,8 Mrd. Euro, Zuwächse verzeichnete MAN aber nur noch im Ausland. Dort ließen mehrere Großaufträge das Auftragsvolumen um 47 % wachsen. Aus Deutschland kamen dagegen 6 % weniger Orders. Der Umsatz des Maschinenbau- und Lkw-Konzerns war in den Monaten Juli bis September mit 3,2 Mrd. Euro um 23 % höher als ein Jahr zuvor, so MAN.

Dieses Wachstumstempo wird sich nach den Planungen von MAN bis Dezember nicht ganz halten lassen. Für den Sechs-Monats- Zeitraum rechnet MAN mit einem Umsatzwachstum um 17 % auf 7,4 (zweites Halbjahr 1999: 6,3) Mrd. Euro und mit einem Zuwachs der Orders um 18 % auf rund 7,8 (6,6) Mrd. Euro.

Die zuletzt auf ein Jahrestief von unter 28 Euro gefallene MAN-Aktie zog am Dienstag kräftig an und schaffte den Sprung über die Marke von 30 Euro. Analystin Pia-Christine Schulze vom Bankhaus Merck Finck sagte jedoch, sie halte dies nur für ein "Aufflackern". Der Aktie fehle es weiter an jeder Fantasie, auch wenn die fundamentalen Aussichten gut seien und alle Bereich gut da stünden. MAN-Chef Rupprecht habe auf einer Analystenkonferenz gesagt, es stehe keine Akquisition an, für die auf Grund ihrer Größe eine Kapitalerhöhung nötig sei.

Ziel der Umsatzverdoppelung nur mit Großakquisition zu erreichen

An dem Ziel, den Konzernumsatz binnen fünf Jahren um 50 bis 100 % zu steigern, will MAN dennoch festhalten. 50 % ließen sich organisch erreichen, eine Verdoppelung nur mit einer Großakquisition. Ein Zusammengehen der MAN Nutzfahrzeuge AG mit der Fiat-Tochter Iveco sieht der Konzernchef skeptisch. Iveco erreiche derzeit weder die Qualitätsstandards noch die Marktakzeptanz von MAN, sagte er auf der Pressekonferenz. Es gebe keine Gespräche mit Fiat. Den Raumfahrt-Zulieferer MAN Technologie sieht er in einer Warteposition. Die Tochterfirma solle vorerst organisch wachsen, ein Verkauf sei nicht geplant. "Aber ab 2002 sind wir flexibler", sagte der Vorstandschef. Nach der Steuerreform sollen Veräußerungsgewinne steuerfrei sein.

Noch im ersten Quartal 2001 will MAN mit dem Rückkauf von Vorzugsaktien beginnen, wenn deren Kurs um mehr als 20 % unter dem Wert der Stämme liegt. Der Rückkauf müsse aber jeweils vom Aufsichtsrat genehmigt werden, betonte Rupprecht. Der Anteil der bei den Anlegern unbeliebten Vorzüge soll so mittelfristig gesenkt werden. "Wir haben alles getan, was man für die Aktie tun kann", sagte Rupprecht.

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