Impulse durch US-Daten
Dax-Ausblick: Hohe Schwankungen und dünne Umsätze

Dem Deutschen Aktienindex fehlen Impulse, allerdings könnten wichtige Konjunkturzahlen die Kurse an den US-Leitbörsen in der kommenden Woche beeinflussen. Aktien-Analysten sehen den Dax weiter zwischen 7000 und 7400 Punkten schwanken.

DÜSSELDORF. Flaute-Phase statt Sommer-Rally: Auf den Aktienmärkten zeigt sich ein uneinheitliches Bild, geprägt von hohen Schwankungen und dünnen Umsätzen. Richtungslosigkeit nennen das Aktienanalysten - oder Bandbreitenspiel, Impulslosigkeit und fehlenden Trend.

Carsten Riester, Analyst für den Bereich Global Markets bei der GZ-Bank, sieht den Deutschen Aktienindex in der kommenden Börsenwoche daher weiter zwischen 7000 und 7350 Punkten pendeln: "Wir sind in einer lethargischen Phase." Schwankungen erwartet der Analyst nur in dieser Bandbreite, was von Zockern ausgenutzt werden könnte. Langfristig orientierte Anleger sehen sich dagegen großen Risiken und Unsicherheiten ausgesetzt. Daher rät Riester zu einer gesunden Branchen-Mischung im Depot. Er warnt vor Panikverkäufen, mittelfristig seien die Chancen gut, wieder steigende Kurse zu sehen.

Privatanleger, die einen Neu-Einstieg wagen, sollten nicht sofort alles auf eine Karte setzen, sondern ihre Positionen gezielt in Schwächephasen aufbauen. Und dies könne durchaus in den nächsten zwei bis vier Wochen geschehen. Die Zeit dränge also nicht.

In ein gutes Depot gehören für Riester auch fundamental starke Werte wie Daimler, MAN, BASF oder Bayer. Und auch für SAP und Siemens fällt die Berurteilung des Aktien-Experten positiv aus. "Problematisch war in der letzten Zeit, dass durch das High-Tech-Fieber eine Bewegung ausgelöst wurde, die fundamental nicht mehr als gerechtfertigt erschien. Dabei wurden Werte mit moderaten Wachstumsraten als eher langweilig eingestuft", sagt Riester.

Das Wechselspiel zwischen Werten der neuen und alten Economy tendiere aber momentan leicht zurück zu den traditionellen Aktien. Riester befürchtet, dass viele Anleger zurzeit nur in Papiere der alten Wirtschaft investieren, um dort den Trend nach oben nicht zu verpassen - bis wieder Aktien der neuen Wirtschaft gefragt sind. Deshalb könnte es bei den Technologiewerten noch zu weiteren großen Volatilitäten kommen. Beispielsweise der Kurseinbruch von Nokia zeige, dass der Markt zu Übertreibungen neigt. Wenn Technologieführer abgestraft würden, dann bleibe die Befürchtung, dass sich dieses "Abstrafen auch auf weitere Teile der Branche auswirkt".

Im Telekommunikationsmarkt sei das ähnlich. Hier belasten hohe Fusionskosten und Margendruck. Riester spricht von einer Konsolidierungsphase bei diesen Aktien und hebt nur zwei Werte heraus, bei denen er Kursphantasie sieht: Nortel Networks und Alcatel.



Charttechnische Tendenz erschreckt

Auch Richard Zellmann, Leiter der Marktstrategie bei der Helaba Trust erwartet in der kommenden Woche Dax-Stände zwischen 7000 und 7400 Punkten.

Wichtig sei zunächst die weitere Entwicklung an den US-amerikanischen Leitbörsen. Doch hier erschrecke die Charttechnik zurzeit ein wenig. Die Tendenz zeige, dass sich große Unsicherheiten im Markt befinden. In der nächsten Woche steht in Amerika die Veröffentlichung zahlreicher Konjunkturdaten an. Die Analysten der Heleba erwarten ein sich fortsetzendes Bild der konjunkturellen Entspannung. Auch von der Zinsseite drohten keine großen Gefahren.

Das bedeutet nach Auffassung von Zellmann für den deutschen Markt, dass sich der Dax oberhalb der Marke von 7000 Punkten halten wird. Die erhoffte Sommerrally hingegen sei schon vorbei. Man könne eher davon reden, dass es der Dax geschafft hat, trotz schlechter US-amerikanischen Vorgaben seinen Abwärtstrend zu stoppen. Die fundamentale Bewertung der Dax-30-Aktien sei momentan einigermaßen im Lot. Für das vierte Quartal erwartet der Stratege dagegen wieder eine positive Entwicklung am Aktienmarkt.

Kleinanlegern rät Zellmann, traditionell schwächere Monate wie den August und September für Käufe zu nutzen. Als aussichtsreiche Werte nennt er SAP, Ericsson, Infineon, Jenoptik und Philips. Auch den Aktien der Deutschen Bank schenkt er Vertrauen. Lediglich im Telekommunikationssektor gebe es große Unsicherheiten. Anleger sollen warten, bis die Versteigerung der deutschen UMTS-Lizenzen erfolgt ist. Lediglich die Teléfonica-Aktie sei zu empfehlen.

Die folgende Tabelle zeigt die strategischen Anlage-Empfehlungen der Helaba.



Helaba Trust

Gewinn je Aktie 00e

Gewinn je Aktie 01e

Empfehlung

Datum Empfehlung

Adidas Salomon4,14,7übergewichten27.01.00
Allianz10,412,0neutral05.04.00

BASF

2,63,5übergewichten03.05.00

Bayer

2,42,6neutral08.05.00

BMW

1,62,2neutral28.04.00

Commerzbank

2,02,6neutral07.02.00

DaimlerChrysler

6,66,9übergewichten21.07.00
Dt. Bank3,15,4übergewichten07.04.00
Degussa-Hüls2,32,7neutral03.03.00
Dresdner Bank2,33,5neutral05.10.99
Dt. Telekom0,440,73übergewichten27.04.00

E.ON

3,43,6neutral19.07.00

Epcos

3,03,6neutral21.02.00

FMC

2,62,9neutral19.10.99

Henkel

Vz.
3,03,3neutral24.03.00
HypoVereinsb2,63,7übergewichten01.11.99

Infineon

0,660,98übergewichten08.05.00
Karstadt Quelle1,52,0übergewichten28.06.00

Lufthansa

1,41,7übergewichten25.11.99

Linde

2,22,5neutral28.02.00

MAN

2,42,5neutral07.03.00

Metro

2,22,4neutral28.06.99
Münchner Rück.7,68,7übergewichten03.04.00
Preussag1,92,2neutral23.02.00

RWE

2,12,2übergewichten31.05.00

SAP

Vz.
2,73,3übergewichten13.01.00

Schering

1,61,7neutral04.10.99

Siemens

3,23,7neutral03.08.99
Thyssen Krupp1,01,4neutral31.05.00

Volkswagen

3,64,4neutral06.04.00
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