Impulsloser Handel: Dax im Minus

Impulsloser Handel
Dax im Minus

In Erwartung einer Rede von US-Notenbankchef Alan Greenspan und mit Blick auf den sich zuspitzenden Kaschmir-Konflikt hat der Deutsche Aktienindex am Freitag leicht unter seinem Vortagesschluss notiert.

rtr FRANKFURT. In An dem richtungslosen Handel dürfte sich Börsianern zufolge im Tagesverlauf kaum etwas ändern. Aufmerksamkeit zögen die Automobilwerte auf sich. Der US-Konzern Ford will nach Angaben von Gewerkschaften und aus Unternehmenskreisen am Freitag eine Reduzierung von Produktionskapazitäten und die Schließung von Werken bekannt geben. Nach einem Zeitungsbericht über einen negativen Free-Cash-Flow im Geschäftsjahr 2001 bei der Deutschen Telekom verbilligte sich die T-Aktie erneut stark.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) lag am Vormittag leicht mit 0,3 % im Minus bei 5210 Zählern, der Auswahlindex des Neuen Marktes Nemax50 gab um 0,27 % auf 1243 Punkte nachgab. Der Nebenwerte-Index MDax lag unterdessen 0,35 % im Plus bei 4373 Stellen. Der Dow Jones EuroStoxx50 der größten europäischen Aktien legte um 0,24 % auf 3583 Zähler zu.

Die Aussagen von Greenspan über die weitere Entwicklung der US-Konjunktur werden Marktteilnehmern zufolge die Weichen für die Richtung der Aktien in der kommenden Woche stellen. Da die Rede aber erst kurz vor Handelsschluss in Deutschland beginne, könne der Dax erst am Montag darauf reagieren. Die Anleger beobachteten außerdem sehr aufmerksam die Entwicklung des Kaschmir-Konfliktes. Bislang habe die dortige Situation aber noch keinen direkten Einfluss auf die Kurse. Die indische Armee sieht sich eigenen Angaben zufolge am Rande eines Krieges mit dem Nachbarn Pakistan

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Dem Händler Eckhard Frahm von Merck Finck zufolge lastete neben den Nachrichten von Ford der am Donnerstag bekannt gewordene EU-Entwurf über die Öffnung der Händlernetze auf den Automobilwerten. Ford will nach Gewerkschaftsangaben seine weltweite Produktion um eine Million Fahrzeuge reduzieren. Außerdem sei die Schließung von bis zu fünf US-Werken und demzufolge auch der Abbau von zahlreichen Arbeitsplätzen geplant. Nach den Plänen der EU-Kommission soll Autohändlern ermöglicht werden, ohne Ausnahmen Neuwagen zu verkaufen. Der Entwurf soll Ende des Monats offiziell vorgestellt werden.

Die freundliche Tendenz bei den Papieren von Volkswagen bezeichneten Börsianer als technische Reaktion auf vorangegangene Verluste. Volkswagen-Titel hatten am Donnerstag als Reaktion auf die EU-Pläne knapp vier Prozent verloren und legten am Freitag um 0,33 % auf 51 ? zu. Die Aktien von DaimlerChrysler notierte mit 47,24 ? nahezu unverändert.

Einem Bericht der "Financial Times Deutschland" zufolge erwirtschaftete die Deutsche Telekom im Jahr 2001 einen Free-Cash-Flow von minus 2,0 Mrd. ?. Für das Jahr 2002 rechne die Telekom sogar mit minus 2,7 Mrd. ?. Die T-Aktie verlor 1,44 % auf 18,42 ?.

Bayer-Titel büßten unterdessen 2,17 % auf 48,87 ? ein. Viele Anleger sind Börsianern zufolge skeptisch, ob der bevorstehende Börsengang in den USA erfolgreich sein werde. Die Syngenta-Zahlung spiele nur eine untergeordnete Rolle. Außerdem sei die Summe für Bayer-Verhältnisse nicht allzu hoch. Syngenta zahlt Bayer nach eigenen Angaben zur Beilegung eines Patentstreites 120 Mill. Dollar.

Auf der Gewinnerseite standen unter anderem Infineon, deren Papiere sich um 1,44 % auf 25,36 ? verteuerten. Händler verwiesen auf die Aufnahme der Titel in die "European Focus List" der Deutschen Bank am Donnerstag. Metro zogen um 0,75 % auf 41,86 ? an, nachdem der französische Einzelhandelskonzern Carrefour am Donnerstag einen um sieben Prozent gestiegenen Umsatz für 2001 bekannt gegeben hatte

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Am Neuen Markt stiegen die Titel von IDS Scheer um 1,9 % auf 9,10 ?. Das Software- und Beratungsunternehmen hat nach vorläufigen Zahlen 2001 seinen Umsatz gesteigert, dabei jedoch voraussichtlich einen geringeren operativen Gewinn als im Vorjahr erzielt.

Im MDax legten die Papiere von Beru um 5,31 % auf 53,50 ? zu, nachdem der Autozulieferer den Erhalt eines Großauftrages aus den USA bekannt gegeben hatte, der ab 2004 voraussichtlich mehr als 20 Mill. ? zusätzlichen Umsatz bringen werde. Der Flughafenbetreiber Fraport verzeichnete eigenen Angaben zufolge 2001 einen Rückgang der Passagierzahlen um 1,6 %. Die Aktie gab um 1,09 % auf 26,41 ? nach.

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