In Baden-Württemberg
Urabstimmung über Metall-Tarifabschluss

Bei der zweiten Urabstimmung im Metall-Pilotbezirk Baden-Württemberg hat sich am Dienstag eine rege Beteiligung abgezeichnet.

rtr/ap STUTTGART. Wie ein Gewerkschaftssprecher in Stuttgart berichtete, startete die Abstimmung mit Beginn der Frühschicht. In 830 tarifgebundenen Betrieben waren die über 250 000 Gewerkschaftsmitglieder aufgerufen, über den Tarifabschluss in der Metall- und Elektroindustrie abzustimmen.

Die Große Tarifkommission hatte sich schon in der vergangenen Woche mit großer Mehrheit für den Abschluss ausgesprochen. Bei der Urabstimmung ist eine Zustimmung von mehr als 25 Prozent nötig, um den Tarifkonflikt im Südwesten endgültig beizulegen. Das Ergebnis soll am Mittwochabend bekannt gegeben werden. Die Tarifparteien hatten sich auf Entgelterhöhungen von vier Prozent mehr Lohn ab Juni und 3,1 Prozent ab Juni nächsten Jahres geeinigt. In Baden-Württemberg hatten die Beschäftigten eineinhalb Wochen gestreikt.

Im zweiten Streikgebiet, Berlin-Brandenburg, einigten sich die Tarifparteien am Wochenende auf die Übernahme des Abschlusses; am (morgigen) Mittwoch soll die Tarifkommission der dortigen IG Metall über die Annahme des Abschlusses entscheiden. Auch in den anderen Tarifgebieten erwartet die Gewerkschaft bis zur nächsten Woche die Beschlüsse zur Übernahme. Nur in Sachsen weigern sich die Arbeitgeber bislang, den Südwest-Abschluss zu übernehmen.

Erste Warnstreiks der Metaller in Sachsen

Im Metalltarifkonflikt in Sachsen hat es am Dienstag erste Warnstreiks gegeben. Beschäftigte in zwei Unternehmen legten nach Gewerkschaftsangaben für etwa eine halbe Stunde die Arbeit nieder. Betroffen waren das Schaudt-Werk in Hartmannsdorf und das Federnwerk in Marienberg. Für den Nachmittag sind Warnstreiks im VW-Werk in Chemnitz und im Siemens-Werk in Limbach-Oberfrohna angekündigt.

Es sei unverständlich, warum der erzielte Tarifabschluss von Baden-Württemberg nicht auf Sachsen übertragen werde, sagte ein Sprecher der IG-Metall in Chemnitz. Die sächsischen Arbeitgeber lehnen die Übernahme des Tarifkompromisses aus dem Südwesten ab. Nach Angaben der Arbeitgeberverbandes gibt es in Sachsen 32 000 Metaller in 100 tarifgebundenen Unternehmen und 120 000 Beschäftigte in 800 ungebundenen Firmen.

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