In Bayern bereits eingeführt
Bundesländer planen Leistungsanreize für Lehrer

Nach Sachsen kündigen auch Hessen und Rheinland-Pfalz ein Prämiensystem an für Lehrer an, um außergewohnliche Leistungen zu honorieren.

Frankfurt/Main (AP) In der Schulpolitik wollen die Bundesländer in Zukunft vermehrt mit Leistungsanreizen für Lehrer arbeiten. Nach Sachsen kündigten am Freitag auch die hessische Kultusministerin Karin Wolff und der rheinland-pfälzische Bildungsminister Jürgen Zöllner an, dass vom kommenden Schuljahr an besonders engagierte Lehrer mit einer Prämie belohnt werden sollen. Entsprechende Überlegungen gibt es nach Angaben des Kultusministeriums auch in Baden-Württemberg, noch unklar sei der Zeitpunkt der Einführung.

Wolff erklärte im Hessischen Rundfunk, die Schulleitungen müssten "grundsätzlich die Möglichkeit haben, Lehrern zu zeigen, dass außerordentliche Leistungen registriert werden". Die Vorbereitungen für ein Beurteilungssystem liefen bereits. Grundlage für die Beurteilung könne ein Jahresgespräch sein. Das Kultusministerium ergänzte, dass die Schulen dafür besondere Budgets bekommen sollten. Über die Leistungszulagen sollten die Schulleitungen befinden.

Am Dienstag hatte bereits der sächsische Kultusminister Matthias Rößler eine jährliche Leistungsprämie in Höhe von mindestens 1 000 Mark zusätzlich zum Gehalt für besonders engagierte Pädagogen angekündigt. Diese solle den Lehrern zukommen, wenn sie außerhalb ihrer dienstlichen Verpflichtungen etwa Arbeitsgemeinschaften oder Chöre betreuten oder ausländische, behinderte oder besonders begabte Kinder förderten.

In Rheinland-Pfalz wird ab dem kommenden Herbst die leistungsgerechte Entlohnung eingeführt. "Wir sind schon seit längerem mit der Umsetzung beschäftigt", sagte Zöllner (SPD). Leistungsprämien soll es in Rheinland-Pfalz geben, wenn Lehrer etwa in der Betreuung von Eltern oder Problemschülern aktiv sind oder wenn sie sich bei der Organisation von Schulfesten oder der Profilbildung einer Schule besonders engagieren. Entscheiden soll über die Gewährung von Prämien ebenfalls die Schulleitung. Die Prämien können pro Jahr bis zu 2 500 DM betragen.

Auch Pläne in Baden-Württemberg

Ein Sprecher des Stuttgarter Kultusministeriums sagte: "Die Leistungsprämien werden kommen." Ein mögliches Beispiel sei, dass ein Lehrer eventuell noch einmal sein Eingangsgehalt als Prämie bekomme, wenn er ein besonders gutes Projekt veranstaltet hätte. Einzelheiten zu den Leistungsprämien für die Beamten würden zurzeit vom zuständigen Finanzministerium erarbeitet.

In Bayern bekommen nach Angaben des Kultusministeriums besonders fleißige Lehrer bereits Prämien. Dazu stünden jährlich Haushaltsmittel von insgesamt 14 Millionen Mark zur Verfügung, sagte eine Sprecherin. Damit würden Lehrer ausgezeichnet, die sich überdurchschnittlich engagierten, in dem sie zum Beispiel eine Theater AG leiteten. Pro Gymnasium stünden rund 10.000 Mark für Prämien zur Verfügung, über deren Vergabe der Schulleiter entscheide.

Auch andere Bundesländer bekundeten Interesse an dem Modell von Leistungsanreizen. Sachsen-Anhalt will sich die Initiative aus Sachsen genau ansehen, ehe über das eigene Vorgehen entschieden wird. In Thüringen hieß es, ein Prämiensystem sei allerdings durch Haushaltsmittel stark eingegrenzt. In Hamburg wird es dagegen keine Prämie geben. `Das finden wir schwierig, weil es keine übergeordnete Kontrolle gibt, wer eine Prämie verdient", sagte die Sprecherin der Behörde für Schule, Jugend und Kultur.

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