In Bayern zwei weitere Tiere betroffen
Zahl der deutschen BSE-Rinder erhöht sich auf fünf

Die BSE-Krise in Deutschland weitet sich aus: Die geschlachtete Kuh aus dem Kreis Weilheim-Schongau ist das bundesweit erste Tier, bei dem die Krankheit bereits offen ausgebrochen war.

afp MÜNCHEN. In Deutschland gibt es seit Donnerstag insgesamt fünf Fälle der Rinderseuche BSE. Die bayerische Gesundheitsministerin Barbara Stamm (CSU) teilte in München mit, Tests der Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere in Tübingen hätten den BSE-Verdacht bei einem Rind aus der oberpfälzischen Gemeinde Pilsach und einem Tier aus dem Landkreis Weilheim/Schongau bestätigt. Damit tauchten seit dem Wochenende alleine im Freistaat vier BSE-Fälle auf. Ende November war in Schleswig-Holstein das erste BSE-Rind entdeckt worden. Unterdessen wies die bayerische Staatsregierung Vorwürfe zurück, sie habe den BSE-Fall in Weilheim vertuschen wollen.

Das Rind aus Weilheim-Schongau ist das erste in Deutschland, bei dem die Rinderseuche offen aufgetreten war. Es war am 2. November krank geschlachtet worden, nachdem es zentralnervöse Störungen gezeigt hatte. Nach einem ersten negativen BSE-Test hatte sich der Verdacht jedoch erst nach einem zweiten Test am Montag ergeben. Die im März 1994 geborene Kuh stammt aus einem Familienbetrieb mit 35 Rindern.

Der Chef der bayerischen Staatskanzlei, Erwin Huber (CSU) wies Vorwürfe der bayerischen Opposition zurück, seine Regierung habe diesen mutmaßlich ersten deutschen BSE-Fall vertuschen wollen. Der lange Zeitraum zwischen Schlachtung des Tiers und positivem Test liege daran, dass der erste Test negativ verlaufen sei, sagte Huber im Bayerischen Rundfunk. Auch Stamm wandte sich gegen die Anschuldigungen. Sie erklärte, sie praktiziere eine Politik der Offenheit und Transparenz. Die Landtags-SPD und-Grüne hatten der Ministerin vorgeworfen, den BSE-Verdacht bewusst verschwiegen zu haben. Nach Angaben des Ministeriums haben nach dem 2. November keine weiteren Tiere aus dem Bestand den Hof im Landkreis Weilheim/Schongau verlassen. Der Hof ist mittlerweile gesperrt.

Die Behörden haben auch den Betrieb in oberpfälzischen Pilsach gesperrt. Das dortige BSE-Rind war in Crailsheim in Baden-Württemberg geschlachtet worden und per Schnelltest positiv auf die Rinderseuche getestet worden. Dies hatte das Ministerium am Wochenende bekannt gegeben. Das Tier ist im Oktober 1995 in dem mittelständischen Betrieb mit 63 Rindern geboren worden und hat diesen nach Angaben des bayerischen Gesundheitsministeriums bis zur Schlachtung nicht verlassen.

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