In Belgien erwartet
Arafat zu weiterem Treffen mit Peres bereit

Palästinenser-Präsident Jassir Arafat ist zu einem weiteren Treffen mit dem israelischen Außenminister Schimon Peres bereit, um den Friedensprozess in Nahost voranzubringen. "Wenn er bereit ist, bin ich es auch", sagte Arafat am Montag in Brüssel nach Gesprächen mit Spitzenpolitikern der Europäischen Union (EU).

Reuters BRÜSSEL. Sowohl Arafat als auch Peres wurden am Abend in Brüssel zu Beratungen der EU- Außenminister mit Vertretern aus zwölf Mittelmeeranrainer- Staaten erwartet. Zuletzt waren Arafat und Peres am Samstag am Rande einer Wirtschaftskonferenz auf Mallorca zusammengekommen, ohne dabei greifbare Ergebnisse zu erzielen.

Die Europäische Union hatte vor dem Minister-Treffen in Brüssel einen neuen Versuch angekündigt, Bewegung in die festgefahrenen Friedensbemühungen zu bringen. Arafat kam in Vorbereitung der Beratungen mit dem EU-Ratspräsidenten und belgischen Ministerpräsidenten Guy Verhofstadt, dem außenpolitischen Koordinator der EU, Javier Solana, und EU- Kommissionspräsident Romano Prodi zusammen. Arafat unterstrich nach diesen Gesprächen, die Palästinenser fühlten sich dem Friedensprozess verpflichtet. Die Palästinenser wollten alles in ihrer Macht Stehende unternehmen, um terroristischen Operationen in ihren Gebieten ein Ende zu setzen. Der Weg zum Frieden sei die Anerkennung eines palästinensischen Staates. Dies sei eine Position, die von der EU, den USA, den Staaten der G8 und Russland geteilt werde.

Prodi sagte, die USA, die EU, UNO und Russland müssten sich angesichts der dramatischen Lage in Nahost bemühen, den Friedensprozess neu anzustoßen. Verhofstadt sagte, es müsse neue Sicherheitsmaßnahmen in der Region geben, um der Gewalt langfristig ein Ende zu setzen.

Israel hatte zuletzt seine Truppen im Westjordanland nach der Ermordung eines Regierungsmitglieds durch radikale Palästinenser im Oktober verstärkt und war in und um sechs Städte auf palästinensisch verwaltetes Gebiet vorgedrungen. Für den Vormarsch war Israel auch von den USA scharf kritisiert worden, die sich ebenso wie die EU um eine Entspannung in Nahost bemühen. Auch europäische Spitzenpolitiker hatten nach Angaben des französischen Präsidenten Jacques Chirac am Sonntagabend in London über die Notwendigkeit diskutiert, Druck auf die Konfliktparteien auszuüben, die Gewalt zu beenden. Unter den Teilnehmern des Gesprächs waren Bundeskanzler Gerhard Schröder, Frankreichs Ministerpräsident Lionel Jospin und Solana.

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