In Berlin wanderten 30 000 Wähler von der CDU zur PDS
Merkel hat größere „Breitenwirkung“

ddp MANNHEIM. Aus Sicht der Forschungsgruppe Wahlen hat CDU-Chefin Angela Merkel im Vergleich zum CSU-Vorsitzenden Edmund Stoiber eine "größere Breitenwirkung". Stoiber gewänne dagegen im Falle seiner Kanzlerkandidatur die "klassisch konservative Klientel" für die Union, sagte der Wahlforscher Dieter Roth am Dienstag in Mannheim.

"Mit dem Kernklientel ist aber keine Wahl zu gewinnen", fügte er hinzu. In einer Volkspartei gebe es allerdings "nie eine Person, die die Gesamtheit der Wählerschaft abdeckt". Es gebe immer eine "gewisse Arbeitsteilung", wie auch das Beispiel der SPD vor der Bundestagswahl 1998 zeige, sagte der Experte. Damals hatten die Sozialdemokraten die Kanzlerkandidatenfrage zwischen Gerhard Schröder und Oskar Lafontaine (beide SPD) lange offen gehalten.

Die PDS als Konkurrenz für die CDU wollte Roth allenfalls in Ostberlin und den neuen Bundesländern gelten lassen. Gleichwohl gebe es bei den Wählern beider Parteien ähnliche "strukturkonservative" Elemente. Bei der Berliner Wahl waren nach Angaben des Forschungsinstituts infratest dimap rund 30 000 Wähler von der CDU zur PDS gewandert. Roth warnte aber davor, die Ergebnisse der Hauptstadtwahl auf den Bund zu übertragen.

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