In Branchenkrise
Deutsche Autobauer wollen Marktanteil ausbauen

Die deutschen Autobauer wollen mit neuen Modellen die Branchenkrise zum Ausbau ihrer Marktanteile nutzen.

dpa MÜNCHEN. Während in den Massensegmenten noch ein Verdrängungswettbewerb tobe, könnten vor allem die gehobenen Segmente der Flaute trotzen, sagte der künftige BMW-Chef Helmut Panke am Dienstag auf dem Genfer Automobilsalon.

Der Münchner Autobauer wolle 2002 erstmals mehr als eine Million Autos verkaufen. Auch Porsche konnte in der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres zulegen. DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp bekräftigte, der Stuttgarter Konzern wolle weltweit die Nummer eins werden. Volkswagen und Audi zeigten sich auf der Messe verhalten optimistisch. Impulse erhoffen sich die deutschen Konzerne vom US-Markt, der zuletzt nicht so stark wie erwartet nachgab.

Schrempp gab sich trotz der derzeitigen Probleme bei seinem Unternehmen zuversichtlich. "Ich habe keinen Zweifel, dass wir am besten positioniert sind.". Erste Resultate auf der Modellseite würden bereits im Jahr 2003 sichtbar, verwies er auf neue Produkte wie den Sportwagen Chrysler Crossfire, der wesentliche Teile von Mercedes-Benz verwendet. Zur Kritik an der Strategie von Daimler-Chrysler erklärte er: "Wir gehen unseren Weg unbeirrt weiter - und ich muss derjenige sein, der im Sturm steht." Zwar lasse sich im Moment die Entwicklung der Automärkte nicht absehen. Allerdings sehe er in den USA Anzeichen für eine wirtschaftliche Erholung.

Der VW-Konzern will sein US-Geschäft mit dem neuen Geländewagen Tuareg ankurbeln. Der designierte Konzern-Chef Bernd Pischetsrieder sagte, VW wolle künftig 50 000 Tuareg in den USA verkaufen. Zudem teilten die Autobauer mit, dass die Auslieferungen im Januar um 4,5 Prozent auf knapp 355 000 Stück gesunken seien. Audi legte stark zu, während die Marke VW nachgab. Pischetsrieder wollte daraus aber nicht auf das Gesamtjahr schließen. Die Zahlen seien stark von Modellzyklen geprägt.

BMW: Rekordgewinn kommt

BMW ist nach einem guten Start für das laufende Jahr ausgesprochen optimistisch. "Wir haben die Chance, in diesem Jahr weltweit mehr als eine Million Automobile abzusetzen", sagte BMW-Chef Joachim Milberg. 2001 verkaufte das Unternehmen 905 000 Autos der Marken BMW und Mini.

Der Finanzvorstand und künftige BMW-Chef Helmut Panke sagte, es gebe derzeit für 2002 "keinen Grund, an der Fortsetzung der positiven Entwicklung in allen Parametern zu zweifeln". Dies würde einen Rekordgewinn bedeuten. In den ersten beiden Monaten wuchs der Absatz der Marken BMW und Mini um 17 Prozent auf 151 000 verkaufte Autos.

Porsche: Glänzende Zeiten kommen

Auch Porsche-Chef Wendelin Wiedeking erwartet für seine Stuttgarter Sportwagenschmiede weiter glänzende Zeiten. "Ich bin davon überzeugt, dass Porsche am Ende des laufenden Geschäftsjahres ein mehr als zufrieden stellendes Ergebnis präsentieren kann", sagte er. In der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2001/2002 (31. Juli) stieg der Konzerngewinn vor Steuern um 12 Prozent auf 156,5 Millionen Euro. Der Umsatz legte um 6,8 Prozent auf 1,84 Milliarden Euro zu.

Der Absatz wuchs leicht auf 23 475 Fahrzeugen. Auf dem Hauptmarkt USA Exportmärkten aber mehr als ausgeglichen werden konnten. Der neue Geländewagen Cayenne kommt in zwei Varianten auf den Markt. Der Cayenne S hat einen 8-Zylinder-Motor mit 340 PS. Der Cayenne mit Bi-Turbo-Motor werde 450 PS unter der Haube haben und soll 266 km/h schnell sein. "Porsche wird mit dem Cayenne zu neuen Ufern aufbrechen", sagte Wiedeking.habe es zwar Rückgänge gegeben, die durch starke Zuwächse in anderen

Audi: Progressivere Modelle

Der neue Audi-Chef Martin Winterkorn kündigte an, unter seiner Führung solle die VW-Tochter die Modellpalette erweitern und progressiver werden. "Unser Ziel muss es sein, den Absatz mittelfristig deutlich auszubauen", sagte Winterkorn in Genf. Bisher habe Audi zu wenig Nischenmodelle angeboten. "Warum gibt es eigentlich eine so große Lücke zwischen dem Audi TT und den Supersportwagen von Lamborghini", sagte Winterkorn. Eine Prognose für 2002 wollte Winterkorn nicht abgeben. Er deutete aber an, dass er wie sein Vorgänger Franz-Josef Paefgen mit einem eher stabilen Absatz rechne. In einem rückläufigen Markt könnte aber so der Marktanteil ausgebaut werden.

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