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In Bremen herrscht Trauer über Böhmerts Tod

Der deutsche Fußball und die Hansestadt Bremen trauern um Franz Böhmert. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates und langjährige Präsident des deutschen Meisters Werder Bremen ist am 28. Dezember im Alter von 70 Jahren gestorben.

dpa BREMEN. Der deutsche Fußball und die Hansestadt Bremen trauern um Franz Böhmert. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates und langjährige Präsident des deutschen Meisters Werder Bremen ist am 28. Dezember im Alter von 70 Jahren gestorben.

Böhmert hatte wenige Tage zuvor einen schweren Schlaganfall erlitten. Die Ärzte kämpften fast eine Woche um das Leben des früheren Klinikdirektors. Der aus Sachsen-Anhalt stammende Böhmert hinterlässt Frau und eine Tochter. Sein Tod löste große Bestürzung aus.

"Ich trauere um einen guten Freund und Weggefährten, auf den stets Verlass war. Franz Böhmert hat als Präsident von Werder Bremen Beachtliches geleistet", sagte Gerhard Mayer-Vorfelder, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Er würdigte das ehemalige DFB-Vorstandsmitglied und Ehrenmitglied als herausragende Persönlichkeit. "Außerdem bin ich ihm besonders dankbar für die jahrelange, vertrauensvolle Zusammenarbeit im Ligaausschuss", fügte Mayer-Vorfelder hinzu. Böhmert war von 1977 bis 2000 Mitglied des DFB-Ligaausschusses und gehörte dem Vorstand zwischen 1987 und 2000 an.

"Der plötzliche Tod hat mich tief getroffen. Ich habe nicht nur einen einzigartigen, früheren Chef, sondern auch einen persönlichen, ja fast väterlichen Freund verloren. Und für Werder ist das nach einem wunderbaren Jahr ein harter Schlag", sagte der Bremer Bildungssenator Willi Lemke. Der frühere Werder-Manager zählte ebenso wie Erfolgstrainer Otto Rehhagel zu den Duz-Freunden von Böhmert, der für Werder Bremen 34 Jahre in leitender Funktion tätig war. "Er hat den Verein geprägt wie kein anderer", sagte Lemke.

Auch Bürgermeister Henning Scherf zeigte sich bestürzt über den Verlust eines "wunderbaren Menschen" und eines weit über die Landesgrenzen hinaus hoch geschätzten Botschafters. "Ich selbst verliere einen Freund. Franz Böhmert hat bleibende Spuren in unserer Stadt hinterlassen - als langjähriger Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender des SV Werder, als Chefarzt und Direktor des Krankenhauses Links der Weser und als Bremer Stimme in vielen Institutionen wie dem DFB und DFL", erklärte Scherf.

Die Arbeit für den SV Werder hatte Böhmert bereits 1963 als Vereinsarzt begonnen. In seiner Amtszeit als Präsident von 1970 bis 1999 feierten die Hanseaten mit dem Gewinn des Europapokals der Pokalsieger (1992) den größten Triumph ihrer Vereinsgeschichte. Außerdem fallen in seine Ägide die Deutschen Meisterschaften 1988 und 1993 sowie die DFB-Pokalsiege 1991, 1994 und 1999. Der Modelleisenbahn-Fan war zudem Ehrenmitglied des DFB und der DFL sowie Träger der Goldenen Ehrennadel des DFB.

Nach seinem Rückzug als Werder-Präsident stand Böhmert seinem Club weiter als Aufsichtsratsvorsitzender zur Seite. Zudem engagierte sich der Mediziner für die deutsche Nationalmannschaft. Er begleitete die DFB-Auswahl mehrfach als Delegationsleiter bei Welt- und Europameisterschafts-Endrunden. So war Böhmert Delegationschef beim EM-Sieg des DFB-Teams 1996 in England. Darüber hinaus engagierte sich der Bremer für soziale Projekte im Rahmen der DFB-Mexikohilfe oder der DFB-Stiftung Egidius Braun.

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