In Brüssel liegt noch kein Antrag aus Düsseldorf vor
LTU sieht keine Gefahr für eine Landesbürgschaft

Die Düsseldorfer Ferienfluggesellschaft LTU ist zuversichtlich, dass die ihr von Nordrhein-Westfalen in Aussicht gestellte Landesbürgschaft das Genehmigungsverfahren bei der Europäischen Kommission problemlos passiert.

ek/dpa DÜSSELDORF. Die Ankündigung der Lufthansa, bei EU-Verkehrskommissarin Loyola de Palacio Beschwerde gegen die staatliche Unterstützung aus Düsseldorf einzulegen, nehme man "gerne zur Kenntnis", sagte ein Unternehmenssprecher.

Ein Sprecher der Verkehrskommissarin sagte, in Brüssel liege ein Antrag auf eine staatliche Beihilfe für die angeschlagene Airline bislang nicht vor. Wenn der Antrag eingetroffen sei, werde die Kommission prüfen, ob er nach den EU-Regeln zulässig sei, und dann eine schnelle Entscheidung treffen. Im Umfeld von de Palacio hieß es unterdessen, die Aussichten für die Landesbürgschaft stünden gut. Die LTU habe bisher noch nie staatliche Hilfe bekommen, und bei den Airlines sei die Kommission bisher nach dem Prinzip "einmal und nie wieder" verfahren - habe also eine einmalige Hilfe akzeptiert.

Erforderlich sei aber ein tragfähiger Restrukturierungsplan, der den Bestand des Unternehmens auf Dauer sichere. Wie die LTU am Wochenende mitgeteilt hatte, sieht sie nach dem Krisengipfel bei NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement am Samstag die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass sie ab 2004 wieder schwarze Zahlen schreibe (Handelsblatt v. 12.11.). Auf der Sitzung hatte die Landesregierung ihre Bereitschaft zur Landesbürgschaft für einen Kredit über 240 Mill. DM verkündet. Mit dieser Summe sollen Liquiditätsengpässe beseitigt werden, die die LTU nach dem Zusammenbruch ihres 49,9 %-Gesellschafters Swissair bedrohten. Mitgesellschafter Rewe kündigte Kapitalzahlungen von 80 bis 100 Mill. DM an.

Nach dem Sanierungsplan soll die Stadt-Sparkasse Düsseldorf treuhänderisch den Swissair-Anteil vom Zwangsverwalter übernehmen, bis ein neuer Großinvestor für die Fluggesellschaft gefunden worden ist. Geld für diesen Anteil soll an die Swissair erst fließen, wenn ein neuer Mitgesellschafter tatsächlich eingestiegen ist, sagte ein Sprecher des Geldinstituts. Die Stadt-Sparkasse erwäge, selbst einen kleinen Anteil der LTU zu übernehmen. Die Airline sei nicht marode, sondern habe jetzt eine gute Chance, ihren Sanierungskurs weiter zu führen.

Nach Lufthansa-Ansicht darf die EU die Bürgschaft nur genehmigen, wenn die LTU ein Konzept für eine langfristige Unternehmenssicherung vorlege, das Basis und Kriterien für das Engagement potenzieller Investoren aufzeige.

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