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Archiv: In «Daniel, der Zauberer» kämpft Küblböck gegen seine Feinde

München (dpa) - Kreischende Mädchen, Kuscheltiere auf der Bühne und glühende Liebesgeständnisse: wenn Daniel Küblböck auftritt, kann er sich des Jubels seiner Fans sicher sein. Mit verklärten Gesichtern sehen sie zu, wie sich ihr Idol auf der Bühne die Seele aus dem Leib tanzt und singt.

'Daniel, der Zauberer'
Heimleuchten mit Daniel Küblböck. (Bild: Rekord Film)

München (dpa) - Kreischende Mädchen, Kuscheltiere auf der Bühne und glühende Liebesgeständnisse: wenn Daniel Küblböck auftritt, kann er sich des Jubels seiner Fans sicher sein. Mit verklärten Gesichtern sehen sie zu, wie sich ihr Idol auf der Bühne die Seele aus dem Leib tanzt und singt.

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Sein Leben - ein ständiger Klamauk, so sehen Kritiker den fast 19-Jährigen, der 2002 praktisch über Nacht durch die RTL-Castingshow «Deutschland sucht den Superstar» bekannt wurde. Nun hat sich der Sänger mit dem eigenwilligen Tanz- und Kleiderstil als Schauspieler versucht, in vertrauter Rolle. In dem halbdokumentarischen Musikfilm «Daniel, der Zauberer» spielt er sich selbst.

Mit dem renommierten Regisseur Ulli Lommel («Zärtlichkeit der Wölfe») und dem Kunstfilmer und Produzenten Peter Schamoni («Zur Sache Schätzchen») entstand ein anrührendes Märchen, fernab schriller Posen und Skandale, wenn auch mitunter etwas langatmig. Der naive Daniel aus Niederbayern muss auf einmal mit der Liebe seiner Fans und dem abgrundtiefen Hass seiner Gegner klar kommen. Doch in seinem Leid ist er nicht alleine. Ihm zur Seite steht ein geheimnisvoller Zauberer (Ulli Lommel) - sein längst verstorbener Großvater, der ihn mit magischen Kräften vor dem Bösen schützen will, das ihn in Gestalt zweier Jugendlicher verfolgt.

Auch der «echte» Daniel litt unter den Anfeindungen der Gegner, die ihm sogar mit Mord drohten. «Nach dem ersten Drehtag habe ich geheult, da kam alles hoch», bekennt Küblböck. Voller Verzweiflung habe er sich gefragt: «Warum hassen mich alle, was habe ich getan?» Inzwischen sei er klüger geworden. «Ich habe gelernt, dass ich oft den Emotionen, die ich habe, nicht so freien Lauf lassen darf.»

Doch gerade Küblböcks Unbekümmertheit war es, die Lommel zu dem Film inspirierte, als er ihn bei einem Konzert sah. Dass er von vielen so heftig abgelehnt wird, begründet Lommel mit einem Tabubruch. «Daniel zeigt in der Öffentlichkeit alle privaten Gefühle, er weint, schminkt sich, zieht sich Mädchenkleider an; er macht all die Dinge, die man in Deutschland nicht macht.» Für viele sei er deshalb «das Unmöglichste und Peinlichste, was es gibt».

Schamoni, der im Film einen Gegner Daniels spielt, sieht die Low-Budget-Produktion als Kunstfilm. Er sei unkonventionell gedreht, die Szenen seien nicht ausgeklügelt, sondern spontan und direkt und erinnerten an Werke von Rainer Werner Fassbinder, nicht zuletzt wegen der Schauspieler. Neben Lommel standen auch Rudolf Waldemar Brem (Bösewicht Baltazar) und Katja Rupé (Daniels Großmutter) für Fassbinder in den siebziger Jahren vor der Kamera.

Kopfzerbrechen bereitet dem Filmteam nun nur noch die Musik. Der Musikkonzern BMG bringe die CD mit den Liedern nicht heraus, kritisiert Produzent Schamoni, der als Grund interne Streitigkeiten vermutet. Dabei seien in dem Film drei oder vier neue Lieder zu hören. Daniel schmiedet unterdessen weiter Zukunftspläne. Die Schauspielerei reizt ihn, auch wenn er seine absoluten Lieblingsrollen für unerreichbar hält. «Für mich wäre es ein Traum, im "Herrn der Ringe" als Elfe zu spielen oder als Fabelfigur bei "Star Wars".»

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