In den Nemax-50-Index ziehen drei neue Kandidaten ein
Karstadt-Quelle muss der Post AG im Dax weichen

Beim Kampf um die Plätze im Deutschen Aktienindex hat sich der Favorit durchgesetzt. Auf seiner gestrigen Sitzung hat der Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse wie erwartet den Weg für den Aufstieg der Deutschen Post frei gemacht.

mm FRANKFURT/M. Der Bonner Konzern hatte sich gemessen an den entscheidenden Kriterien Börsenumsatz und Marktkapitalisierung unter die größten 25 Unternehmen geschoben und sich damit für einen außerordentlichen Aufstieg in den Dax qualifiziert. Die nächste reguläre Überprüfung des Indexes hätte eigentlich erst im August angestanden. Für die Post muss der Einzelhandelskonzern Karstadt-Quelle seinen Platz räumen.

Aber nicht nur in den Dax kommt Bewegung. Auch bei den Nebenwerten und den Wachstumstiteln stehen am 19. März, wenn die Entscheidung wirksam wird, Veränderungen an. In den Nemax-50-Index am Neuen Markt ziehen Morphosys, Lambda Physik und SAP SI ein. Dagegen gehen die ebenfalls als Hoffnungswerte gehandelten GPC Biotech und Umweltkontor leer aus. Für den mit Abstand schwersten Wert am Neuen Markt, den italienischen Finanzdienstleister Bipop Carire, blieb die Tür zum Nemax-50 vorerst ebenfalls verschlossen. Bipop scheiterte an der Regel, nach der ein Titel mindestens 30 Tage notiert sein muss, bevor er als Indexaufsteiger in Frage kommt. Ihren Platz im Nemax-50 müssen Edel Music, Gauss Interprise und Intertainment räumen.

Karstadt ersetzt Klöckner im MDax

Im MDax, dem Barometer für die 70 wichtigsten Nebenwerte, scheidet Klöckner wegen der Übernahme durch WCM aus und wird durch Karstadt ersetzt. Tarkett Sommer und KSB müssen ihre Plätze für den Finanzdienstleister AWD und die Norddeutsche Affinerie frei machen. Der Baukonzern Holzmann und Kolbenschmidt verfehlten zwar ebenfalls die Kriterien für den Index. Der mögliche Austauschkandidat Stada Arzneimittel erfüllte die Kriterien aber nur vergleichsweise knapp. In den SDax ziehen neben dem Absteiger Tarkett Sommer, Mediclin und Power Automation neu ein.

Der Aufstieg der Post in den Dax war von den meisten Analysten erwartet worden. Der Bonner Konzern war bereits seit seinem Börsengang im November als heißer Kandidat für einen Platz unter den deutschen Top-30-Werten gehandelt worden. Die Plätze im Dax sind bei den Unternehmen sehr begehrt, denn sie sichern die dauerhafte Aufmerksamkeit der großen institutionellen Investoren. Häufig genug profitiert auch der Aktienkurs der Aufstiegskandidaten. Grund: Fonds- und Vermögensverwalter, die ihre Investitionen an dem Börsenbarometern ausrichten, müssen Papiere der Neueeinsteiger zukaufen, um den Index in ihren Portfolios korrekt nachbilden zu können.

Allerdings gelte die Post inzwischen seit mehreren Monaten als Favorit für den Dax, gab Indexexperte Carsten Hilck von der Fondsgesellschaft Union Investment im Vorfeld der Entscheidung zu bedenken. Deshalb hätten viele Investoren ihre Positionen bereits angepasst.

Während Karstadt-Quelle jetzt aus dem Dax-Kreis ausscheidet, konnte sich der ebenfalls akut abstiegsgefährdete Sportartikelkonzern Adidas noch einmal retten. Allerdings könnte es auch für Adidas bei der nächsten regulären Dax-Überprüfung im August eng werden. Denn dann hat nach Meinung vieler Analysten der Finanzdienstleister MLP gute Chancen, den Sprung unter die Top-30-Werte zu schaffen. MLP gilt bereits seit mehreren Monaten als Anwärter auf einen Platz im Dax, konnte dieses Mal die Kriterien für einen Aufstieg außer der Reihe allerdings nicht erfüllen.

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