In den USA und im Westen
FBI erwartet Selbstmord-Anschläge wie in Israel

Das amerikanische Bundeskriminalamt FBI erwartet in den USA Selbstmordanschläge auf öffentlichen Plätzen ähnlich wie in Israel. Solche Anschläge seien "unausweichlich", sagte FBI-Chef Robert Mueller.

dpa WASHINGTON. "Das werden wir in Zukunft erleben." Mueller fügte hinzu: "Ich wünschte, ich könnte optimistischer sein." Erst am Wochenende hatte auch Vizepräsident Richard Cheney erklärt, dass ein neuer Terrorangriff "fast sicher" sei. "Es ist keine Frage, ob, sondern wann." Über die Art eines möglichen neuen Anschlags äußerte sich Cheney nicht.

Mueller sagte vor Staatsanwälten, die Chancen für eine Verhinderung neuer Terrorattacken auf amerikanischem Boden oder gegen US-Ziele im Ausland seien nicht sonderlich gut. Als einen Grund dafür nannte der FBI-Chef, dass es fast unmöglich sei, Informanten in Terrorgruppen einzuschleusen. In den inneren Kreis dieser Gruppen würden nur radikale Fanatiker aufgenommen.

Das FBI ist wie auch der Geheimdienst CIA in der vergangenen Woche ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Beiden Behörden wird angelastet, Warnzeichen vor dem 11. September nicht richtig gedeutet und mangelhaft miteinander sowie mit anderen Stellen kommuniziert zu haben. Am Dienstag wurden neue Vorwürfe bekannt. Nach einem Bericht der "New York Times" waren sowohl Mueller als auch Justizminister John Ashcroft kurz nach den Terroranschlägen über ein Memorandum vom Juli aus einer FBI-Abteilung in Phoenix (Arizona) informiert, in dem gewarnt wurde, Terroristen könnten sich an US-Flugschulen für Anschläge ausbilden lassen. Sowohl Mueller als auch Ashcroft hätten Präsident George W. Bush aber erst vor Kurzem von der Existenz dieses Memorandums unterrichtet, hieß es unter Berufung auf Regierungskreise.

Unterdessen berichtete die Fernsehgesellschaft ABC, Führer des Terrornetzes El Kaida von Osama bin Laden hätten sich mit den militanten Gruppen Hamas und Hisbollah getroffen und über gemeinsame Aktionen gegen die USA und den Westen beraten. Hamas hatte sich zu mehreren Selbstmordanschlägen in Israel bekannt.

Der Vorsitzende des Senatsausschusses für die Geheimdienste, Bob Graham, bestätigte Medienberichte, nach denen eine Gruppe von 25 Extremisten an Bord von Containerschiffen in die USA gelangt ist. Sie seien seitdem unauffindbar, sagte Graham in einem Interview des US-Senders CNN.

Unterdessen ergab eine Umfrage im Auftrag des Nachrichtsenders ABC und der "Washington Post", dass die Amerikaner der Regierung heute weniger als nach dem 11. September trauen, weitere Anschläge verhindern zu können. Während direkt nach den Anschlägen auf das World Trade Center und das Pentagon 66 Prozent der Regierung vertrauten, waren es jetzt noch 46 Prozent.

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