In den USA wächst die Angst
Milzbrand-Fälle: FBI prüft Terroranschlag

In den USA wächst die Angst vor Milzbrand. Nach zwei Fällen im Bundesstaat Florida wurde im Bundesstaat Virgina ein Mann mit Symptomen in ein Krankenhaus eingeliefert. Nach ersten Tests scheint sich der dritte Fall allerdings nicht zu bestätigen. In den beiden anderen Fällen ermittelt das FBI, das einen kriminellen oder terroristischen Hintergrund nicht ausschließt.

dpa WASHINGTON. Am Freitag war ein 63 Jahre alter Fotograf der Boulevardzeitung "Sun" im US-Bundesstaat Florida an Milzbrand gestorben. Ein 73 Jahre alter Arbeitskollege befindet sich zur Behandlung im Krankenhaus. Ermittler haben das Medienhaus, in dem die beiden Infizierten arbeiteten, versiegelt, berichteten US-Medien am Dienstag. "Wir sehen das als eine Ermittlung, die zu einer klaren Kriminalermittlung werden könnte", sagte US-Justizminister John Ashcroft. Nach Angaben des Senators Bob Graham aus dem US-Bundesstaat Florida geht die US-Regierung von einer absichtlichen Verseuchung des Gebäudes aus.

Ermittler vermuten, die Erreger könnten von einem Brief stammen, da einer der Infizierten in der Poststelle gearbeitet hatte. Eine Woche vor den Terror-Attacken am 11. September sei ein verdächtiger Brief mit einer "pudrigen Substanz" eingetroffen, berichtete das Nachrichten-Magazin "Newsweek". Auch auf einer Computer-Tastatur seien Anthrax-Sporen entdeckt worden. Das Nachrichtenmagazin "Newsweek" berichtete am Montag auf seiner Internetseite, in dem Brief habe sich neben der pudrigen Substanz auch ein Armband mit einem Davidstern befunden. Sowohl der Tote als auch der Erkrankte seien mit dem Brief in Berührung gekommen.

FBI sucht Praktikanten arabischer Herkunft

Das FBI ist nach US-Medienberichten auf der Suche nach einem Praktikanten arabischer Herkunft. Er hatte nach dem Ende seiner Arbeit in einer bizarren Abschieds-E-Mail angekündigt: "Ich habe Euch eine Überraschung hinterlassen. Ha, ha! Ich mache nur Spaß."

Dr. Thomas Ryan vom Prince Williams Krankenhaus erklärte am frühen Dienstagmorgen (Ortszeit), die ersten Tests bei dem Mann in Virgina hätten keinen Hinweis auf die Infektion ergeben. Endgültige Untersuchungsergebnisse werde es aber erst in 24 Stunden geben. Der Mann habe offenbar lediglich Grippesymptome und sei besorgt gewesen, weil er in einem Gebäude des Medienunternehmens gewesen war, in dem die beiden infizierten Männer in Florida gearbeitet haben. Frühe Symptome einer Milzbranderkrankung gleichen Grippesymptomen.

Keine Gefahr für die Allgemeinheit

Etwa 500 Personen aus dem Umfeld der ersten Fälle ließen sich mittlerweile auf eine mögliche Milzbrand-Infektion testen; die Ergebnisse werden in den kommenden Tagen erwartet. Nach dem Tod des 63-jährigen Redakteurs Bob Stevens wurden die tödlichen Krankheitserreger auch an einer Computer-Tastatur in der Zeitungsredaktion entdeckt. Eine Sprecherin des Zentrums für Krankheitskontrolle (CDC) schloss aus, dass die Bakterien auf natürlichem Wege in das Gebäude gelangten. Senator Bob Graham aus Florida erklärte, Vertreter der Gesundheitsbehörde hätten ihm gesagt, dass "menschliches Eingreifen" die wahrscheinliche Ursache für die Krankheitsfälle sei. Es bestehe jedoch keine Gefahr für die Allgemeinheit.

Milzbrandbakterien wurden von einigen Staaten als biologischer Kampfstoff entwickelt. Seit den Terroranschlägen vom 11. September ist die Angst vor Attacken mit den Erregern gewachsen. Nachbarn des Toten äußerten die Befürchtung, Teile ihres Wohnviertels könnten verseucht sein. Der gestorbene Fotograf war mit einer besonders seltenen Form des Milzbrandes infiziert, von der in den USA im 20. Jahrhundert lediglich 18 Fälle bekannt sind. Einige der mutmaßlichen Terroristen, die an den Anschlägen vom 11. September beteiligt waren, hatten sich vorübergehend nur wenige Kilometer von der Ortschaft entfernt aufgehalten. Der Tod des Fotografen am vergangenen Freitag war der erste Todesfall durch Milzbrand in den Vereinigten Staaten seit 1976.

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