In den vergangenen Jahren hat sich Wein-Austria verselbstständigt
Ein Rubin veredelt den Wein

Österreichs Winzer wollen weg von den komplizierten deutschen Qualitätsstufen: Die einen lehnen sich an Franzosen und Italiener an, die anderen kreieren Namen. Dem Zecher helfen die neuen, leicht verständlichen Begriffe beim Kauf.

Die Österreicher orientierten sich lange Zeit stark am deutschen Weinrecht. Die Werteskala ging vom Qualitätswein bis zur Trockenbeerenauslese. Mit wenigen Ausnahmen: Die Mostgewichtsbezeichnung KMW (Klosterneuburger Mostwaage) stand für Öchslegrade. Und die Wachau machte mit ihren Kategorien Steinfeder, Federspiel und Smaragd eigene Politik. Doch in den vergangenen Jahren hat sich Wein-Austria verselbstständigt. Das beste Beispiel dafür ist die mit dem Jahrgang 2002 eingeführte Bezeichnung DAC, die stark angelehnt ist an das französische oder italienische System (AOC, DOC).

Ausgeschrieben liest und spricht sich das aus dem Lateinischen entnommene "Districtus Austriae Controllatus" zwar etwas gequält. Aber als Kürzel ist DAC international zweifellos verständlich. Angewendet wird es vorläufig nur in der größten Region, dem Weinviertel, das allein knapp 16 000 Hektar umfasst. Die Hälfte dort entfällt auf den Grünen Veltliner, die einzige Sorte, die von einem regionalen Weinkomitee für die DAC-Regel auserwählt wurde. Alle anderen Sorten dürfen nach einer zweijährigen Übergangsfrist nur noch mit der Herkunftsbezeichnung "Niederösterreich" verkauft werden.

Keineswegs jeder "Grüne" ist automatisch ein DAC-Wein. Längerfristige Zielsetzung ist, dass 20 Prozent der Veltliner-Ernte den Status erhalten. Eine strenge Prüfung ist vorgeschaltet, bei der es neben der gehobenen Qualität auch auf den Sortentyp ankommt. Erwünscht ist das "Pfefferl" im Aroma, eine würzige, nicht säurearme, betont herbe Art.

Barrique-Veltliner fallen ebenso durch das Sieb wie allzu fruchtig gehaltene Tropfen - und natürlich solche mit nur durchschnittlicher oder mäßiger Qualität. "Davon gibt es noch genügend", sagt Roman Pfaffl aus Stetten, einer der Vordenker im Gebiet. "Aber sie werden seltener, weil der Ehrgeiz unter den Winzern zugenommen hat." Und: "Sie können künftig nicht mehr dem Weinviertel angelastet werden und das Image beeinträchtigen."

Die DAC-Veltliner des Jahrgangs 2002 sind zweifellos geeignet, das Profil der Region sogar auf den Exportmärkten zu schärfen. Pfaffl: "Es gibt eine große Nachfrage aus Deutschland. Kollegen in anderen Gebieten bekamen bereits Schelte von Einkäufern, weil sie keinen DAC-Wein anbieten können."



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