In der Beschränkung liegt die neue Hoffnung
Pixelpark wird wieder ein normales Unternehmen

jgo DÜSSELDORF. Das Unternehmen Pixelpark profitierte bislang von der Bertelsmann-Beteiligung. Gründer Paulus Neef hatte 1996 drei Viertel des Unternehmens an den Medienkonzern verkauft. Früher war Bertelsmann stolz auf das Engagement, aber das ist lange her. Pixelpark hat Bertelsmann Zugang zur Welt der New Economy eingebracht und sehr viel Geld gekostet: Ende vergangenen Jahres erhielt das Unternehmen einen Kredit über 25 Mill. DM, Anfang der Woche stockte Bertelsmann seine Beteiligung von 57,4 auf 60,3 Prozent auf. Die Kapitalerhöhung bringt der bedrängten Agentur 30 Mill. DM frisches Kapital. Gründer Neef, Symbol für den raschen Aufstieg und Fall der New Economy, agiert inzwischen eher im Hintergrund. Die Geschäfte führt Peter Ostermann als Chief Operating Officer.

Wollte die Agentur vor gut einem Jahr noch Südamerika erobern, ist das Ziel jetzt etwas bescheidener geworden. Pixelpark will überleben. Dafür müssen 290 Mitarbeiter gehen. Die US-Büros werden geschlossen, das Büro in Dortmund ans Management verkauft. Im ersten Quartal standen einem Umsatz von 26,1 Millionen Euro ein Fehlbetrag von 25 Mill. Euro gegenüber. Bleibt überhaupt noch Raum für Kreativität?

Integrierter Ansatz für Vertrieb und Marketing

Gestern mühte sich das Unternehmen, der Öffentlichkeit und den Analysten seine Neuausrichtung nahe zu bringen. Demnach wird Pixelpark sich darauf beschränken, Unternehmen dabei zu helfen, durch E-Business Marketing und Vertrieb zu steuern. Über die aktuellen Projekte schweigt sich das Unternehmen aus.
Als Musterbeispiel, das die Reichweite des neuen Ansatzes verdeutlicht, bezeichnet die Agentur den Internetauftritt des Sportartikelherstellers Adidas . "Für das Unternehmen haben wir ein Corporate Design mit einem Online-Styleguide entwickelt", sagt Axel Kolaschnik, Account Director für Markenprodukte. "Mit diesem Grundgerüst können lokale Agenturen und auch Adidas selbst Seiten entwickeln." Eine hohe Wiedererkennbarkeit soll dabei sicher stellen, dass die Markenindentität gewahrt bleibt.

Die Standardisierung beschränkt sich nicht auf die Optik, auch ein Katalog- und ein Content-Management-System, mit dem sich aktuelle Inhalte verwalten lassen, sind fester Bestandteil des Auftrittes. Adidas könne auf diese Weise auf nationale Besonderheiten und aktuelle Events reagieren, sagt Kolaschnik. E-Commerce plant Adidas inzwischen nicht mehr in Eigenregie. Ein von Pixelpark begleitetes Pilotprojekt wurde nicht mehr fortgesetzt. Ganz verabschiedet habe sich der Konzern aber noch nicht vom Handel über das Internet, sagt Kolaschnik. Deshalb sind die Produktkategorien so gestaltet worden, dass sie in die Websites von Händlern integriert werden können. Für Kolaschnik hat das Modell Zukunft: "Markenhersteller werden ihre Produkte nur noch über Service verkaufen können. Dabei will Pixelpark die Firmen unterstützen."

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