In der Festnetzsparte wurden 16 % der Mitarbeiter entlassen
Telekom-Tochter Matav verbucht in 2000 Gewinnrückgang

Die ungarische Telekom-Gruppe Matav hat eigenen Angaben zufolge wegen niedriger Umsätze beim Festnetzgeschäft und wegen Abfindungen im vergangenen Jahr einen Rückgang des Nettogewinns von 12,6 % verzeichnet. Das Unternehmen, an dem die Deutsche Telekom mit knapp 60 % beteiligt ist, gab am Mittwoch einen Nettoüberschuss von 68,8 Mrd. Forint (rund 50 Mrd. DM) bekannt. Im Vorjahr hatte der Nettoüberschuss 78,6 Mrd. Forint betragen.

Reuters BUDAPEST. Analysten hatten durchschnittlich mit 72,2 Mrd. Forint gerechnet. Matav-Chef Elek Straub bezeichnete das Jahr 2000 als Wendepunkt, da man sich wegen des ausbleibenden Gewinnzuwachses im Festnetzgeschäft den Wachstumsmärkten Internet und Mobilfunk zugewendet habe.

Insgesamt steigerte der ungarische Marktführer nach eigenen Angaben seinen Gesamtumsatz um 15,9 % auf 445,9 Mrd. Forint (Vorjahr 384,9 Mrd. Forint). In der Mobilfunksparte sei der Umsatz um 31,6 % auf 108,9 Mrd. Forint gestiegen, wobei das Unternehmen einen Neukunden-Zuwachs von 90 % verzeichnete. Dies habe jedoch die Umsatzrückgänge im Festnetzgeschäft nicht ausgleichen können. Dort seien die Einnahmen trotz gesenkter Gebühren und einem höheren Gesprächsaufkommen zurückgegangen. In der Festnetzsparte seien 16 % der Mitarbeiter entlassen worden und hätten Abfindungen von insgesamt 9,5 Mrd. Forint erhalten.

Firmen-Chef Straub rechnet im laufenden Geschäftsjahr mit einer Umsatzsteigerung von mehr als 22 %. Für 2002 und 2003 erwartet er nach eigenen Angaben einstellige Zuwachsraten.

Die Matav-Aktie rutschte am Vormittag in einem schwachen Marktumfeld an der Budapester Börse um 6,58 % ins Minus bei 1051 Forint.

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