in der Hauptstadt
Berlin huldigt Obama auf US-Wahlpartys

Auch in der deutschen Hauptstadt fieberten Politiker und Prominente dem Wahlausgang in den USA entgegen – gleich auf mehreren Wahlpartys. Dabei wurden nicht nur „Obama Slammer“ und „McCain Fighter“ gereicht.

BERLIN. Es war, als hätten es die „Democrats abroad“, die Anhänger von Barack Obama schon vorher gewusst. Denn als sie am Dienstag Abend in Berlin zur Wahlparty im Kino Babylon neben der „Volksbühne“ einluden, hatten sie vor dem Gebäude ein weißes Segel gesetzt. Ganz so, als soll der demokratische US-Präsidentschaftskandidat am Morgen gleich lossegeln können.

Gleich auf mehreren Wahlpartys hat Berlin in der Nacht mitgefiebert – wobei die Nacht in zwei klare Hälften zerfallt. Denn der Abend ist vom Schaulaufen der Politiker und Prominenten. Wer immer transatlantische Ambitionen hat, zeigt sich vor allem auf den Wahlpartys in der Bertelsmann-Stiftung oder in der Repräsentanz der Deutschen Telekom – oder am besten an beiden Orten. So drücken sich die Außenpolitiker von Union, SPD und Opposition gleich in beiden Häusern vor die Großleinwände. Party-Hopping ist angesagt. Dementsprechend eng ist es, mehrere tausend Gäste futtern sich mit Burgern eine Wahlstimmung an. Aber weil die ersten Ergebnisse ohnehin erst nach zwei Uhr nachts erscheinen, beherrschen am Abend Small talk und Kulturprogramm die Runden.

Politisches Outing ist dabei nur selten zu sehen – obwohl eine klare Mehrheit die Daumen für Obama drückt, auch Filmregisseur Volker Schlöndorff. Die Grundstimmung ist allerdings derart klar, dass sich etwa im Bertelsmann-Haus nur wenige trauen, überhaupt auf die aufgestellten Papp-Kandidaten zuzugehen und sich bei der John-McCain-Figur einen Button abzuholen. Nur im ehemaligen Amerika-Haus am Bahnhof-Zoo war schnell klar, was die Mehrzahl der amerikanischen und deutschen Gäste wollte: Zumindest werden an der Cocktail-Bar die „Obama Slammer“ wesentlich häufiger bestellt als die „McCain Fighter“.

In der Kneipe „Wahlkreis“ in der Reinhardt-Straße, wo sich die Auslands-Republikaner versammelt haben, herrscht ohnehin den ganzen Abend ruhige Stimmung – mit einem klaren Wahlsieg ihren Kandidaten rechnet hier nach den letzten Wochen niemand mehr. Ganz anders dagegen die Stimmung im „Babylon“, wo deutsche und amerikanische Studenten der Veranstaltung von Anfang an den Charakter eines Happenings gaben. Im Kino drängen sich derart viele Besucher, dass die Party kurzerhand nach draußen verlagert und die Fernsehbilder auch auf das weiße Segel projiziert wurden. „Go, Obama, go“ singt ein Sänger nach dem anderen auf der Bühne.

Doch als es ernst wird, irgendwann gegen zwei Uhr Morgens, haben sich die Promis auf den anderen Parties längst verdrückt. Viele Politiker müssen ab sieben Uhr bereits wieder vor laufenden Kameras die Ergebnisse kommentieren. Da will man frisch aussehen. So bekommen sie nicht mit, dass auf den Wahlparties bei den Verbliebenen langsam, aber sicher die Stimmung steigt.

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