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In der Krise liegt eine Chance

Die Internet-Blase war nur ein Vorgeschmack auf die globale Wirtschaftsrezession.

Die Abschaffung des Neuen Marktes erscheint wie der letzte Nagel im Sarg der New Economy, die gemeinhin nur noch als Exzess der Finanzmärkte verstanden wird. Dabei zeigt ein Blick auf die Kurstafel der Old Economy, dass die zehn größten Dax-Werte in den vergangenen drei Jahren mehr Kapital vernichtet und Arbeitsplätze abgebaut haben als die gesamte deutsche New Economy. Die Internet-Seifenblase war also nicht Auslöser, sondern nur ein Vorgeschmack auf die globale Wirtschaftsrezession, deren Bewältigung noch Jahre dauern könnte.

Welche Unternehmen, welche Standorte werden die Krise am besten meistern? Es werden die sein, die nach wie vor Innovation als wichtigsten Wachstumsmotor begreifen. Die wesentlichen E-Business-Märkte wachsen unvermindert mit zweistelligen Raten pro Jahr, während es die Gesamtwirtschaft nicht mal auf ein Prozent bringt - trotz der produktivitätsfördernden Impulse durch die neuen Technologien.

Auf volkswirtschaftlicher Ebene gilt, dass innovationsfreundliche Standorte mehr Wachstum, Arbeitsplätze und Wohlstand schaffen als Standorte mit geringer Innovationskraft. Also gehören wieder auf die politische Agenda: die Zuwanderung von Spezialisten aus dem Ausland, die Förderung von Firmengründungen, kürzere Schul- und Studienzeiten bei höherem Bildungsniveau, die Entfesselung des Arbeitsmarktes. Vielleicht ist der politische Druck zur Umsetzung dieser Ziele vor dem heutigen Hintergrund von Börsencrash und Massenentlassungen ja höher als zuvor. Dann hätte die gegenwärtige Krise vielleicht doch noch etwas Gutes an sich.

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