In der Vorjahresperiode wurde noch Gewinn erzielt
Mobilcom übertrifft Analystenerwartungen

Der Telekommunikationskonzern Mobilcom AG ist wegen hoher Investitionen in die Vorbereitungen für den UMTS-Mobilfunkstart in den ersten drei Monaten 2001 tief in die Verlustzone geraten. Zugleich fielen die am Donnerstag veröffentlichten Quartalszahlen aber besser als von Analysten erwartet aus. Der Kurs der am Neuen Markt notierten Mobilcom-Aktie legte daraufhin leicht zu.

rtr HAMBURG. Dem Quartalsbericht zufolge stieg der Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf 68,4 Mill. ?, nachdem für den gleichen Vorjahreszeitraum noch ein Plus von 14,4 Mill. ? ausgewiesen worden war.
Analysten hatten im Durchschnitt einen Vorsteuerverlust von mehr als 85 Mill. ? erwartet. 166 Mill. ? investierte Mobilcom, an denen France Telecom 28,5 % der Anteile hält, eigenen Angaben zufolge in sein Marktwachstum, wodurch sich die Zahl der Mobilfunkkunden auf 4,61 Mill. mehr als verdoppelt habe. Der Marktanteil der für das UMTS-Geschäft wichtigen Vertragskunden erhöhte sich dadurch auf 13,5 % von 9,9 %. Zwei Drittel der Bestandskunden seien Vertragskunden, hieß es.

Die Töchter gehören jetzt richtig zur Familie

Während sich der Vorsteuerverlust erhöhte, wuchs der Umsatz den Angaben zufolge von Januar bis März 2001 um 51 % auf 728,7 (Vorjahresquartal 482,8) Mill. ?. Den Verlust je Aktie gab Mobilcom mit 0,67 ? nach plus 0,12 ? im Vergleichsquartal des Vorjahres an. Im Vergleich zum vierten Quartal 2000, in dem das Ebit sogar bei minus 115,3 Mill. ? gelegen habe, sei der Verlust allerdings verringert worden, teile MobilCom mit. Die Ergebnisverbesserung sei vorrangig auf die Integration der Töchter in das Mobilcom-Vertriebssystem sowie das Ausnutzen von Synergiepotenzialen zurückzuführen, hieß es.

Eigenes GPRS-Angebot im E-Plus Netz

Mobilcom will Mitte 2002 mit einem UMTS-Angebot an den Start gehen und baut dazu im Vorfeld den Anteil an Vertragskunden im Mobilfunkgeschäft systematisch aus. Mit dem Mobilfunkanbieter E-Plus war zudem vor Kurzem mit Blick auf die Einführung von UMTS eine Vereinbarung über die Nutzung von dessen Netzkapazitäten nach dem älteren GSM-Standard geschlossen worden. Mobilcom sieht sich damit in der Lage, zum geplanten UMTS-Start ein flächendeckendes Sprach- und Datennetz anzubieten. In diesem Herbst sollten im E-Plus-Netz zudem unter eigener Marke schnelle Datennetze nach dem Zwischenstandard GPRS (General Paket Radio Service) angeboten werden, teilte Mobilcom mit.

An Lizenzbedingungen wird nicht gerüttelt

Beim Aufbau der UMTS-Netze prüft Mobilcom auch eine Zusammenarbeit mit 3G und Viag Interkom. Das bestätigte Mobilcom-Chef Gerhard Schmid während einer Telefonkonferenz. Bislang waren nur die Verhandlungen mit E-Plus bekannt geworden. Schmid sagte , für die angestrebte Zusammenarbeit mit anderen Mobilfunkfirmen, etwa bei Antennenstandorten, strebe man keine Änderung der UMTS-Lizenzbedingungen an. Die beiden Marktführer T-Mobile und Mannesmann hatten sich vor Kurzem mit Blick auf die von Mobilfunkunternehmen geplante Kooperation für eine strikte Einhaltung der Lizenzbedingungen ausgesprochen. Dabei hatte T-Mobile angekündigt, man werde über eine Klage nachdenken, falls die bis Juni angekündigte Entscheidung der Regulierungsbehörde über Kooperationen der kleineren Anbieter getroffen sei.

Nach den Auktionsregeln muss jeder Lizenzinhaber ein eigenes Netz aufbauen und die volle Funktionsherrschaft darüber behalten. Mobilcom hatte im vergangenen Sommer zusammen mit France Telecom, deren Mobilfunktochter Orange mit 28,5 Prozent an dem Büdelsdorfer Unternehmen beteiligt ist, eine von sechs deutschen Mobilfunklizenzen der nächsten Generation ersteigert.

So reagierten die Mobilcom-Aktien

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