In Deutschland Rückgang von 24 Prozent – Halbierung der Verluste unwahrscheinlich
Opel-Absatz bricht massiv weg

Dramatischer Einbruch bei Opel: Im ersten Quartal dieses Jahres sind die Absatzzahlen des Automobilherstellers aus Rüsselsheim auf dem deutschen Markt um 24 Prozent eingebrochen. Das erklärte Ziel, in diesem Jahr in Europa die Verluste zu halbieren, erscheint ferner denn je. Ein Hoffnungsschimmer geht vom neuen Vectra-Modell aus.

zel DÜSSELDORF. Opel verpasst die erhoffte Wende. Nach den am Mittwoch vom Flensburger Kraftfahrtbundesamt (KBA) veröffentlichten Daten hat der Rüsselsheimer Automobilhersteller auch im ersten Quartal wieder deutlich weniger Fahrzeuge verkauft. Knapp 78 000 in Deutschland abgesetzte Pkw bedeuten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Minus von fast 24 %. Seit fünf Jahren hält die Misere bei der deutschen Tochtergesellschaft von General Motors (GM) an - seit 1997 hat sich der Marktanteil von gut 18 % auf weniger als 10 % praktisch halbiert. Europaweit sieht es wenig besser aus. Zusammen mit der britischen Schwestermarke Vauxhall hat Opel in den ersten drei Monaten mehr als 15 % bei den Verkaufszahlen verloren.

Nach diesem schlechten ersten Quartal wird es immer unwahrscheinlicher, dass General Motors sein erklärtes Ziel in Europa erreicht und in diesem Jahr seine operativen Verluste auf 350 Mill. $ halbiert. Bei GM Europa ist der Verlust in den ersten drei Monaten dieses Jahres hingegen von 86 auf 125 Mill. $ gestiegen. Europachef Michael Burns hatte zu Jahresbeginn die Zielsetzung zur Halbierung der Verluste ausgegeben. Opel ist das Kernstück im Europageschäft von GM und produziert den Großteil der vom US-Konzern verkauften Fahrzeuge.

Trotz der Absatzeinbrüche demonstriert die die Züricher Europazentrale von GM Optimismus. "Auf der Kostenseite gibt es spürbare Verbesserungen", sagte gestern ein Sprecher. Zudem könnte der Rest des Jahres durchaus noch ausreichen, um die geplante Halbierung der Verluste zu schaffen.

Indirekt wird bei GM jedoch angedeutet, dass sich die Geschäfte schlechter als erwartet entwickeln könnten. "Das ist für uns die große Unbekannte: Was macht der Markt?", betonte der Züricher GM-Sprecher. Opel ist derzeit besonders stark von der Abwärtsbewegung auf dem deutschen und dem europäischen Markt getroffen. In Deutschland sind die Absatzzahlen um 4,3 % im ersten Quartal gefallen, in Europa um 4 %. Opel hofft auf eine Belebung im weiteren Verlauf des Jahres, vor allem das neue Mittelklasse-Modell Vectra soll die Verkäufe wieder ankurbeln.

In Börsen- und Finanzkreisen herrscht allerdings weitest gehend Einigkeit darüber, dass GM in Europa die angekündigte Halbierung der Verluste verpassen wird. "Sie werden ihre Ziele wieder verfehlen", sagte Jürgen Pieper, Automobilanalyst beim Bankhaus Metzler in Frankfurt. Ein Ende der Durststrecke bei Opel sei nicht in Sicht, "die rote Laterne werden sie nicht abgeben." Ohne die Konzernmutter würde der Autohersteller in massiven Schwierigkeiten stecken.

Arndt Ellinghorst von der Düsseldorfer WestLB warnte davor, zu große Erwartungen in den neuen Vectra zu setzen. Das Auto, das Ende des Monats in Deutschland zu den Opel-Händlern kommt, werde wahrscheinlich nicht ausreichen, um die massiven Absatzverluste ausgleichen zu können. Ferdinand Dudenhöffer, Professor für Automobilwirtschaft an der Fachhochschule Gelsenkirchen, sieht Probleme bei allen Opel-Fahrzeugen. "Die gesamte Modellpalette ist verantwortlich für die Rückgänge", sagte er. Probleme gebe es auch beim Kleinwagen Corsa und beim Astra, dem Konkurrenten des Golf von Volkswagen.

Trotz der insgesamt schwachen Nachfrage auf dem deutschen Markt ist es anderen Herstellern gelungen, ihren Absatz im ersten Quartal zu steigern. Peugeot meldet für die ersten drei Monate einen Zuwachs von 19 %, bei Renault sind es immerhin gut 16 %. Für WestLB-Analyst Ellinghorst steht fest, dass die beiden französischen Anbieter mit ihren neuen Modellen verstärkt deutschen Herstellern wie Opel Marktanteile abnehmen werden. Auch andere heimische Hersteller hatten es im ersten Quartal schwer: Volkswagen verlor 9,2 % bei den Neuzulassungen, Mercedes 5,8 %.

Quelle: Handelsblatt

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