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In Deutschland stößt der Euro auf wenig Gegenliebe

Die einen wollen ihn unbedingt bekommen - die anderen würden ihn dagegen lieber wieder loswerden: den Euro.

Länder in Mittel- und Osteuropa drängen danach, ein Mitglied der Europäischen Union (EU) zu werden und später auch den Euro einzuführen. Doch knapp ein Jahr nach seiner Einführung wünschen sich jüngsten Umfragen zufolge insgesamt fast die Hälfte der Europäer ihre alte Währung zurück.

In Deutschland waren nach einer Erhebung der EU-Kommission im November sogar gut zwei Drittel der Befragten (67,8 Prozent) unzufrieden oder unglücklich mit dem Euro. Lediglich 27,8 Prozent der Bürger waren mit der neuen Gemeinschaftswährung zufrieden.

Schwerwiegender noch ist, was sich in den Köpfen der Europäer abspielt. Nach Berechnungen des Instituts für angewandte Verbraucherforschung (IfaV) rechnen die Deutschen (75 Prozent) vor allem bei größeren Anschaffungen die Euro-Preise immer noch in D-Mark um. Und auch bei den alltäglichen Einkäufen sind es mit gut 60 Prozent nicht viel weniger; dabei werden die Preise meist einfach verdoppelt. "Die einfache Umrechnung verleitet uns, länger bei der D-Mark zu bleiben als etwa die Spanier bei der Peseta", glaubt IfaV-Forscher Rainer Wezel. Ansonsten rechnen in Euroland nur noch etwa drei von zehn der Befragten in ihre früheren nationalen Währungen wie Drachme, Lira, Franc oder Schilling um.

Die Umfrage der europäischen Kommission unter insgesamt 12 000 Europäern hat denn auch ergeben, dass die Akzeptanz in den anderen Staaten der Union weitaus höher ist. Immerhin rund die Hälfte (49,7 Prozent) der Europäer begrüßen nach wie vor den Euro. Die größten Anhänger finden sich dabei in Luxemburg, Finnland und Irland, wo immerhin über 70 Prozent den Euro nicht mehr hergeben wollen. rp/HB

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