In Deutschland und den USA wird 2002 ein Baisse-Jahr für Aktien
Chartexpertin erwartet weitere Talfahrt

Schlechte Nachrichten für Börsianer: Die Aktien werden im nächsten Jahr vermutlich ihre Talfahrt fortsetzen - unterbrochen von kurzen Erholungsphasen, prognostiziert Chartexpertin Susanne Marschner. Sie ist ehemaliges Vorstandsmitglied der Vereinigung Technischer Analysten Deutschlands (VTAD).

qdt FRANKFURT/M. Die technische Analystin wird auf der heute beginnenden 2. Bad Homburger Futures Konferenz zu folgenden Ergebnisse ihrer aktuellen Marktanalyse Stellung nehmen: Dem von ihr verwendeten zyklischen Ansatz zufolge ist im November mit "dramatischen Kursverlusten" für die nächsten vier Wochen bis Anfang Dezember zu rechnen. Der Dax werde bis auf 3 800 Punkte von derzeit noch über 4 500 Stellen fallen, warnt Marschner. Der Dezember werde von kurzen Erholungen und großen Kursschwankungen geprägt sein. Im Januar dürfte der Dax ihrer Einschätzung nach auf neue Tiefstände absacken, und zwar bis auf 3 000 Punkte.

Der Abwärtstrend des Börsenbarometers der 30 größten deutschen Standardwerte werde sich im gesamten Jahr 2002 fortsetzen, erwartet Marschner. Die Talfahrt werde nur vorübergehend für vier oder acht Wochen zum Stillstand kommen; doch nach zwischenzeitlichen Erholungsphasen dürfte es weiter abwärts gehen. Marschner rechnet mit Dax-Ständen unter 3 000 Punkten. Derzeit notiert der Index bei rund 4 600 Punkten.

Eine ähnliche Entwicklung erwartet sie auch für das amerikanische Kursbarometer S & P 500. Nach deutlichen Einbußen bis Dezember seien im Januar neue Tiefstände zu erwarten. Das Kursziel setzt sie bei 920 Punkten an. Zurzeit notiert der Index bei rund 1 070 Punkten. Ihrer Einschätzung nach werden die Kurse an der New Yorker Börse im nächsten Jahr fallen - von kurzen Erholungen unterbrochen.

Indessen sind die Aussichten für den Euro laut Marschner gut: Spätestens ab Mitte November werde ein mindestens zwölf Monate dauernder Aufwärtstrend einsetzen, glaubt sie. Nach Durchbruch der 0,96-er Marke könnte der Kurs des Euros zum Dollar schnell den Bereich 1,05 bis 1,06 US-Cents je Euro erreichen.

Gute Kurschancen billigt Marschner auch dem Nikkei 225 zu: Der japanische Index werde Mitte November einen markanten langfristigen Wendepunkt erreichen. Nach einem Tief bei etwa 9 800 Punkten dürfte sich der Nikkei von den anderen Börsen absetzen und drei bis sechs Monate lang steigen, prognostiziert die Analystin. Ihr Kursziel für den Nikkei 225 sind 14 000 (derzeit: 10 300) Punkte.

Auf der Internetseite "www.marschner-boerseninfo.de"sind ihre aktuellen Analysen abzurufen. Die Chartexpertin, die vor ihrer freiberuflichen Tätigkeit für mehrere Banken International arbeitete, erklärt zu ihrem speziellen zyklischen Ansatz: "Alles in der Natur läuft in zyklischen oder wiederkehrenden Bewegungen ab." Das gilt ihrer Meinung nach auch für die Märkte, die "nur eine Ausprägung von Massenpsychologie" seien.

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