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In Deutschland wächst die Zahl der Schulverweigerer

Immer mehr Kinder in Deutschland schwänzen die Schule. „Es ist ein langsamer, aber stetiger Anstieg: Im Bundesdurchschnitt gehen mittlerweile rund drei Prozent der Kinder nicht regelmäßig zur Schule“, sagte Prof. Helmut Remschmidt (Uniklinik Marburg) im Vorfeld des 16. Weltkongresses für Kinder- und Jugendpsychiatrie, der an diesem Sonntag in Berlin beginnt, der dpa.

dpa BERLIN. Immer mehr Kinder in Deutschland schwänzen die Schule. "Es ist ein langsamer, aber stetiger Anstieg: Im Bundesdurchschnitt gehen mittlerweile rund drei Prozent der Kinder nicht regelmäßig zur Schule", sagte Prof. Helmut Remschmidt (Uniklinik Marburg) im Vorfeld des 16. Weltkongresses für Kinder- und Jugendpsychiatrie, der an diesem Sonntag in Berlin beginnt, der dpa.

"In manchen Schulklassen von Großstädten wie Berlin oder München sitzt nur noch die Hälfte der Schüler." Gründe dafür seien Vernachlässigung der Kinder - auch bei materiellem Wohlstand - oder Schulphobien.

Vor allem die wachsende Aggressivität an den Schulen mache für viele den Schulbesuch schwer erträglich. "Hier können Programme gegen Gewalt helfen. Das Feedback der Anwender ist gut: Die Gewaltquote ging um über die Hälfte zurück", berichtet Remschmidt. Im Mittelpunkt stehe das Bekenntnis "Keine Gewalt an unserer Schule" und die schnelle Intervention. "Streithähne müssen sofort getrennt werden, Gespräche gleich erfolgen und nicht erst Tage später.

Auch müssen Lehrer, Eltern und Schüler dabei an einem Strang ziehen: "Nicht weggucken, einmischen - heißt die Devise." Leider mache erst ein kleiner Anteil von Schulen bei entsprechenden Programmen mit. "Und meist erst dann, wenn es zu schlimmen Vorfällen gekommen ist."

Europaweit haben rund 13 % der Schüler zwischen sechs und 18 Jahren psychische Störungen, sagt Remschmidt. 5 % aus dieser Altersklasse benötigten therapeutische Hilfe. "Aber diese Quote wird in Deutschland nur zur Hälfte erreicht", beklagt der Marburger Klinikdirektor für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Das Spektrum reiche von Aufmerksamkeitsdefiziten (Adhs) über Depressionen bis zu Essstörungen.

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