In Deutschland werden die Kosten für ein Fahrzeug stabil bleiben
Kleinen EU-Ländern drohen höhere Preise für Neuwagen

Die Neuregelung im Autohandel soll für eine Preisangleichung in Europa sorgen. Nach der Verabschiedung der Gruppenfreistellungs-Verordnung (GVO) hoffen vor allem Verbraucherverbände, dass Autos in den teuren Ländern billiger werden. Doch die gegenteilige Entwicklung zeichnet sich ab.

zel DÜSSELDORF. Nach Angaben der EU-Kommission liegen die Unterschiede derzeit bei einzelnen Modellen noch bei 30 %. Teuer sind die Autos vor allem in Deutschland und Großbritannien, deutlich billiger wird es an der Peripherie der EU wie in Dänemark, Griechenland oder Portugal.

Nach der Verabschiedung der Gruppenfreistellungs-Verordnung (GVO) äußerten vor allem Verbraucherverbände die Hoffnung, dass sich die Ausgaben für ein neues Auto in den Hochpreisländern den günstigeren Niveaus im EU-Randbereich anpassen würden. Doch die gegenteilige Entwicklung zeichnet sich ab: Renault hat seine Preise in Dänemark zum 1. Juli um 6,5 % erhöht, Fiat wird wahrscheinlich folgen und die Preise in Dänemark, Griechenland, Spanien und Portugal im Herbst anheben.

Eine zweite Runde zur Preiserhöhung plant der italienische Autokonzern im Frühjahr - betroffen sind dann Belgien und die Niederlande. "In den großen Märkten bleiben die Preise mehr oder weniger stabil", sagt Klaus Fricke, Marketing-Direktor in der Turiner Fiat-Zentrale.

Allerdings wird es keine völlige Nivellierung der Preise heben. "Unterschiede von fünf bis zehn Prozent werden bleiben", glaubt Renault-Vorstandschef Louis Schweitzer. Das sei auf länderspezifische Besonderheiten zurückzuführen.

Wettbewerbsexperten rechnen damit, dass alle Autohersteller mehr oder minder im Gleichschritt ihre Preise in den betroffenen kleineren EU-Ländern erhöhen werden. Es sei nicht damit zu rechnen, dass ein Hersteller ausscheren wird, um die Konkurrenten mit höheren Preisen auszustechen. "Tendenziell werden das alle machen", sagt Willi Diez, Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft an der Fachhochschule Nürtingen (Württemberg).

Premiumhersteller wie Mercedes und BMW mit hohem Markenimage hätten die wenigsten Probleme damit, etwa bei ihren Kunden in Dänemark oder Griechenland höhere Preise durchzusetzen. Porsche hatte seine Preislisten schon vor zwei Jahren europaweit vereinheitlicht - und im Durchschnitt sei das höhere deutsche Niveau zur Regel geworden.

Anders sehe die Sache bei Großserienherstellern wie Fiat oder Opel aus. Diese Unternehmen müssten versuchen, "ihre Preiserhöhungen zu verschleiern". Die Autos könnten mit zusätzlichen Extras ausgestattet werden - die Hersteller würden dann einen Aufschlag über den eigentlichen Kosten verlangen.

Kaum jemand glaubt, dass die Preise etwa in Deutschland fallen. Zwischen Alpen und Nordsee werden einfach zu hohe Erträge erwirtschaftet, auf die kein Hersteller verzichten kann.

Quelle: Handelsblatt

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